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Scrum: Einfach nur die nächste Sau?

„Scrum ist doch bloß wieder die nächste Sau, die durchs Dorf getrieben wird.“ Das war in etwa der Wortlaut eines Teilnehmers meines Scrum-Workshops. Stimmt das am Ende? Ist Scrum nur ein Hype? Oder sind die zugrundeliegenden Konzepte vielleicht seit Jahrzehnten erprobt?

Die Basis von Scrum ist das iterative Liefern von Produkt-Inkrementen. Ein Blick in die Geschichte zeigt: Das Konzept von Versuch und Irrtum ist alles andere als neu. Bereits in den 1930er-Jahren entwickelt der Physiker und Ingenieur Walter Shewhart in den Bell Labs, aus denen später AT&T hervorgeht, eine Methode für die iterative Produktentwicklung. Er nennt diese Methode „Plan Do Study Act“. Sein Kollege William Edwards Deming entwickelt die Methode weiter. Populär wird dieses iterative Vorgehen in der weiteren Folge unter dem Begriff „Deming-Cycle“. 1993 übernimmt Jeff Sutherland die Entwicklungsleitung bei Easel Corp. Die Herausforderung besteht darin, ein neues Produkt innerhalb von sechs Monaten auf den Markt zu bringen. Sutherland sucht nach Lösungsansätzen, die ihm bei diesem Unterfangen helfen können. Das Ergebnis: Einige wenige Meetings, die den Deming-Cycle in wiederkehrenden Iterationen abdecken und der Ansatz, Feedback zum Produkt auf Basis fertiger und nutzbarer Teillieferungen einzuholen.

2018 wird das Konzept hinter Scrum bereits 25 Jahre alt. In unzähligen Projekten und ganzen Unternehmen ist es zum Standard-Vorgehen in der Produktentwicklung geworden. Kein Wunder. Die Markteintrittsfenster für neue Produkte werden zunehmend kleiner und der Innovationsdruck auf die Unternehmen steigt und steigt. Scrum und andere agile Methoden versprechen die Lösung – nicht immer mit Erfolg. Denn häufig wird nur die Meeting-Mechanik umgesetzt, ohne jedoch die zugrundeliegenden Konzepte zu beherzigen.

Ist Scrum nun also die nächste Sau, die durchs Unternehmensdorf gejagt wird? Was denkt ihr? Ich bin gespannt auf eure Antworten.