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Scrum4Schools an der Hochschule München: Wie es den Studierenden gefallen hat – ein erstes Feedback

Das ist auch für uns echte Pionierarbeit: Unser erstes SCRUM4SCHOOLS-Projekt an der Hochschule München ist abgeschlossen. Nun sind wir natürlich sehr gespannt, wie unseren Masterstudenten und -studentinnen das Arbeiten mit Scrum gefallen hat. Welche Erfahrungen sie mit dem Kurs gemacht haben und welche Vor- und Nachteile sie in Scrum sehen, haben uns Franziska und Julia für unseren Blog verraten.

Hast Du vor diesem Seminar schon einmal von Scrum gehört?

Franziska: Für mich waren Agiles Management und Scrum bis zu diesem Kurs neu. Erst als ich im Freundeskreis von meinem neuen Seminar erzählt habe, erfuhr ich, dass Freunde von mir teilweise schon mit Scrum gearbeitet hatten oder es ihnen zumindest ein Begriff war.

Julia: Ich habe mit der Scrum-Methodik bereits für ein IT-Projekt gearbeitet und habe es in der praktischen Umsetzung als sehr sinnvoll empfunden. Scrum für ein Research- bzw. akademisches Paper zu nutzen, war allerdings eine komplett andere Ausgangssituation und auch Neuland für mich.

Wie hast Du den Einstieg in die Methode empfunden, wenn Du jetzt zurückdenkst?

Franziska: Zunächst war die Arbeitsweise nach Scrum im Rahmen unserer Projektarbeit etwas ungewohnt, allerdings haben alle Gruppen schnell hineingefunden – nicht zuletzt durch die Vorbereitung in Form von Theorie und Übungen durch Prof. Günzel. Wir haben sicherlich nicht genau wie ein richtiges Scrum Team gearbeitet, aber es hat auf jeden Fall geholfen, die Arbeit zu koordinieren und zu gestalten.

Julia

Julia: Der Kurs war komplett anders aufgebaut, als ich es bisher kannte, und zu Beginn war ich sehr skeptisch, da ich gern selbstorganisiert und nach meinem eigenen Tempo arbeite. Das sollte und kann meiner Meinung nach auch von einem Masterstudenten erwartet werden. Als wir dann angefangen haben, uns mit unserem Thema zu beschäftigen und es nach der Scrum-Methode zu erarbeiten, fand ich es nach dem dritten Sprint eigentlich ganz gut. Nicht zuletzt, weil wir durch die regelmäßigen Präsentationen auch von anderen Gruppen Ideen bekommen haben, die wir auf unseren Fall anwenden konnten.

Was hat Dir im Scrum-Kurs gut gefallen?

Franziska: Ich fand die Übungen im Vorfeld gut. Sie haben spielerisch an Scrum herangeführt und somit einen „soft start“ ermöglicht. Auch den Team-Building-Faktor fand ich super. Da das unser erstes Mastersemester war, konnten wir uns durch die Übungen gleich besser kennenlernen, was für die anschließende Gruppenarbeit sicher von Vorteil war. Sehr angenehm fand ich auch die wöchentlichen Meetings, bei denen wir regelmäßiges Feedback vom Professor und unseren Kommilitonen bekamen. So konnten wir offene Fragen klären und den einen oder anderen Fehler in unserer Arbeit beheben.

Julia: Ähnlich wie Franziska fand ich das regelmäßige Feedback der anderen Gruppen zu den bisherigen Ergebnissen gut. Die kritische Reflexion hat uns geholfen, Abweichungen von der Thematik zu vermeiden. Zudem waren die Akzeptanzkriterien, die zu Anfang festgelegt wurden, super hilfreich. Mit ihnen konnten wir innerhalb unserer Gruppe genau definieren, was für unsere User Story zu tun ist. Übrigens habe ich das Konzept der User Stories als sehr sinnvoll empfunden, da es sich leicht in mehrere Teilergebnisse aufsplitten ließ.

Was hat Dir im Scrum-Kurs nicht so gut gefallen?

Franziska

Franziska: Zu Anfang des Semesters haben wir in der Vorlesung ein wenig theoretisches Wissen mitbekommen
und danach einige spielerische Übungen zu den Konzepten bzw. der Arbeitsweise hinter Scrum gemacht. Was ich bei den Übungen etwas vermisst habe, war eine Nachbesprechung der Ergebnisse und der Ausblick, was dies letztlich in Hinblick auf agiles Management und Scrum bedeutet.

Julia: Ich fand die wöchentlichen Sprints zu kurz. Man schafft in diesem Zeitrahmen keine fundamentalen Ergebnisse und die Aufbereitung der Präsentation, wenn man parallel dazu noch andere Verpflichtungen an der Uni hat und sich mit der Gruppe koordinieren muss. Mein Vorschlag wäre: zweiwöchige Sprints. Eine weitere Konzeptschwäche waren die Rollen des Product Managers und Scrum Masters. Die Rollen Product Owner und Scrum Master, gemäß der Scrum-Methodik, finde ich gut, nur leider konnten wir diese nicht so gut für die Arbeit an unserem Research Paper anwenden. Meine Teamkollegen und ich waren gleichwertig am Inhalt und an wichtigen Inhaltsentscheidungen beteiligt. Daher hatten wir alle eigentlich die Position von (Development-)Teammitgliedern und zum Teil auch die des Product Owners eingenommen. Auch wenn wir es versucht haben, konnten wir die Rollen nur ausschnittweise in unserem Projekt unterbringen.

Glaubst Du, dass Du Scrum auch in Zukunft praktizieren kannst?

Franziska: Wie es der Zufall so will, erhielt ich vor einigen Wochen von meinem Arbeitgeber eine Einladung zu einem internen Workshop mit dem Thema „How does it feel to work agile“. Ich bin gespannt, ob ich das an der Hochschule Erlernte bereits anwenden kann bzw. wie sich das agile Arbeiten an der Hochschule von jenem an der Arbeitsstelle unterscheiden wird.

Julia: Ich hoffe es! Die Methode führt einfach schnell zu guten Ergebnissen und erspart viel Bürokratie gegenüber klassischeren Projektmanagementmethoden. Scrum kompetent anwenden zu können, ist heute schon in vielen Unternehmen sehr wichtig und ich denke, dass es zunehmend wichtiger wird. Daher finde ich es super, dass wir in der Uni schon Berührungspunkte mit Scrum und agilem Arbeiten haben.