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Never give up your own claim!

Viele ScrumMaster sind satt. Sie bauen die schönsten Taskboards und halten die tollsten Meetings. Sie zeichnen die schönsten Definitions of Done und Happiness-Metriken. Sie bringen Kekse zum Meeting mit.

Aber ihre Teams liefern nicht.

Genau das ist das Problem: Wir halten uns ewig mit den richtigen Methoden auf. Wir quetschen alle Retromaten der Welt aus, um unseren Teams Scrum als Leckerli mit Zuckerguss präsentieren zu können. Vielleicht, um uns auch ein bisschen selbst zu verwirklichen. Doch wenn Teams nicht den Spirit leben, wenn Artefakte und „Make things visible“ nur zu Deko werden, wird der agile Grundgedanke verfehlt.

In Scrum geht es am Ende immer ums Liefern, nicht zwangsweise darum, dabei schön auszusehen.

Was bringt Ihrem Unternehmen auf lange Sicht mehr: Ein schöner Teamraum, wo alles ordentlich ist, oder ein ScrumMaster, der mutig und schonungslos alles transparent macht, was sein Team behindert? Nach einem anfänglichen Tal der Tränen sind viele ScrumMaster satt. Sie werden ruhiger und kämpfen nicht mehr für ihr Team. Das Impediment kann auch noch morgen gelöst werden. Den Workshop kann ich auch noch nächste Woche halten. Nein! Es geht darum, alles für sein Team zu geben.

Teams müssen liefern.

Das, und nur das ist die Aufgabe des ScrumMasters. Es ist eine verdammt schwere und unangenehme. Ein ScrumMaster ist dabei so etwas wie der beste Freund. Er hört zu, er lacht mit, er leitet dich in schwierigen Situationen, aber haut auch auf den Tisch und scheut nicht vor klarem Feedback zurück. Dafür gibt es vor allem die Retro oder das Review, aber auch One-on-One-Gespräche. Er kümmert sich um seine Mannschaft. Er kümmert sich um das agile Management.

Als ScrumMaster sollte man immer wieder überprüfen, wie man sich weiterentwickeln kann. Das ist eine Auswahl an Fragen, die mir geholfen haben, mich als ScrumMaster weiterzuentwickeln:

  • Wie wichtig ist es für mich, dass das Team liefert?
  • Welche Prioritäten setze ich in meiner täglichen Arbeit gegenüber den verschiedenen Stakeholdern?
  • Wenn ich eine Business Modell Canvas für mich erstellen würde, wie sähe sie aus?
  • Wie kann ich das stärken, was ich bereits kann?

Vielleicht helfen diese Fragen dabei, den Spirit (wieder) zu finden, den die Arbeit als „Schäferhund“ ausmacht. Er ist bissiger und fürsorglicher zugleich.