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Geheimnisse einer wirklich guten Vision

 

Vision – ein verbranntes Wort.

Doch warum eigentlich? Warum gibt es einen Beißreflex, wenn man als Consultant davon spricht? Schließlich ist die Vision die treibende Kraft eines Unternehmens. Ohne eine klare Vision hätten wir heute kein iPhone. Ohne eine Vision hätten wir heute keine Wikipedia. Ohne eine Vision hätte Neil Armstrong vielleicht nie den Mond betreten.

Eine klare, emotional ansprechende Vision ist auf der einen Seite der Grund, warum sich Menschen aufopfern, warum sie an ihre Grenzen und weit darüber hinausgehen. Sie ist der Grund, warum sie einen Sinn in ihrem Handeln erkennen.

Auf der anderen Seite wird sie verlacht und nicht ernst genommen. „Vision – das haben die da oben sich wieder ausgedacht.“ – Solche Sätze hört man in Unternehmen öfter, als es gesund wäre. Es gibt viele Gründe dafür, warum eine Vision nicht zieht. Einer der gravierendsten Gründe ist aber, dass die Vision für mich als Mitarbeiter keine Relevanz hat: Ich erkenne keinen Sinn darin. Ich will nicht schon wieder die Leier „10% mehr von dem, was wir haben“ hören. Ich will Sinn. Ich will einen Nutzen erkennen und ein Bedürfnis damit befriedigen. Ich will die Welt ein Stück verändern.

 

Ist es wirklich so schwer, eine gute Vision zu entwerfen?

Im Grunde ist es nur notwendig, sich über folgende Punkte klar zu werden:

  • Ist meine Vision auf die Zukunft hin orientiert und fordert sie heraus?
  • Kann sie mitreißen und meinem Team vermitteln, wo es langgehen soll?
  • Sie sollte einen Hauch zu viel wollen, aber nicht völlig unrealistisch sein
  • Schreibt Sie vor, was zu tun ist, oder lässt sie den Spielraum offen, wie wir sie erreichen?
  • Ist sie kurz und prägnant formuliert? Könnte jeder meiner Kollegen sie aus dem Stand wiederholen?

Eine Vision ist das „Why“, das ich als richtig erkenne. Eine einfache Frage, die viel zu häufig in unserer Kommunikation missachtet wird: Warum tue ich eigentlich, was ich tue?

Hier einige Beispiele von Visionen, die die Welt verändert haben.

John F. Kennedy in seiner berühmten Man on the Moon Speech:

 

“I believe that this nation should commit itself to achieving the goal,

before this decade is out, of landing a man on the moon

and returning him safely to the earth.”

 

Bzw. die Vision von Wikipedia:

“Stell Dir eine Welt vor, in der jeder einzelne Mensch freien Anteil an der Gesamtheit des Wissens hat.”

 

Oder Martin Luther King in seiner berühmten Rede „I have a dream“:

„I have a dream that one day this nation will rise up, and live out the true meaning of its creed: ‘We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal.’“

 

Eine Vision ist keine mit Tonnen von Text beladene Powerpoint-Präsentation. Ich verwalte sie nicht, sondern sie ist der Grund, warum ich jeden Tag aufstehe. Ein Satz, ein Bild, ein Gedanke, der mich treibt.

Eine sehr schöne Möglichkeit, um sein eigenes Why herauszufinden, ist diese einfache Übung:

Nimm dir einen Monat lang jeden Tag 10 Minuten Zeit und schreib auf, was dich ausmacht. Was will ich bewirken? Warum handle ich, wie ich handle? Man lernt sich selbst völlig neu kennen – versprochen.

Was man damit dann macht? Nicht nur predigen, sondern handeln. In jedem Gespräch, in jeder Handlung zeigen, was die eigene Vision ist.