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Jakob Etzel im Interview über Banken & FinTechs

 

Jakob EtzelJakob Etzel kenne ich durch seine Zusammenarbeit mit unserem Unternehmen. Er ist Mitgründer des Unternehmens Mantigma, das im Kundenauftrag unter anderem innovative Prototypen entwickelt. Parallel dazu nimmt sein Team regelmäßig erfolgreich an diversen Hackathons im Banken- und Versicherungsumfeld teil. Als Resultat eines solchen Hackathons ist im Laufe der Zeit ein Produkt entstanden, das Jakob und sein Team nun unter dem Namen “PredictR” vertreiben. Diese White-Label-Lösung hilft Banken, die zukünftigen Zahlungsströme ihrer Kunden zu prognostizieren und grafisch anzuzeigen. Als Fintech fordert Mantigma die etablierten Banken aktuell mit technologisch modernen und intuitiven Produkten heraus.

 

Christoph: Jakob, wie fühlt es sich eigentlich an, als kleines, junges Unternehmen am großen Markt der Finanzen mitzumischen?

Jakob: Zuerst einmal vielen Dank für die Einladung zum Interview. Nun, fast alle Unternehmen sind einmal klein gestartet, das ist unvermeidbar. In vielen Branchen wächst mit der Größe des Unternehmens auch die Größe der Kunden. Wir haben hingegen den Riesenvorteil, dass uns bereits sehr früh einige große Finanzinstitute ihr Vertrauen geschenkt haben. Dafür sind wir sehr dankbar und tragen mit Stolz die Verantwortung, die solche Aufträge mit sich bringen. Man muss schon aufpassen, dass in so einer Situation – und auch inmitten des allgemeinen “FinTech-Hypes” – das eigene Ego nicht abhebt oder zu riskante Unternehmensentscheidungen getroffen werden. Ich glaube aber, wir sind mit einer gesunden Mischung aus Innovations- und Veränderungsdrang sowie Respekt vor den “Alten” auf dem richtigen Weg.

 

Christoph: Warum denkst du, ist das heute möglich, was vor vielen Jahren undenkbar gewesen wäre?

Jakob: Innovation braucht Agilität und Freiräume. Das ist in kleinen Strukturen “natürlicher” zu finden oder zu entwickeln. Daher findet Innovation eher im Kleinen statt. Ich glaube, dass das immer schon so war. Heute ist das Startup-Dasein bloß viel stärker in den Medien präsent, außerdem wird Innovation im Kleinen volkswirtschaftlich gesehen auch intensiver durch staatliche und private Förderungen unterstützt.

 

Christoph: Was können Banken von euch lernen und was denkst du über Kooperationen?

Jakob: Ich warne davor, bei der Bepreisung einer Kooperation zu viel für den Namen und die Story eines Startups zu zahlen. Am Ende des Tages muss sich jede Bank-FinTech-Kooperation am Markt etablieren und finanziell rentieren. Wenn der Case nicht von an Anfang an so gerechnet werden kann, dann ist das Kooperationsvorhaben wohl besser im Marketing-Budget aufgehoben.

Davon abgesehen tun Banken gut daran, eigene digitale Fähigkeiten aufzubauen. Bis diese voll einsatzbereit sind, kann man mit Kooperationen “leap-frogging” betreiben, also bewusst Wissen und Infrastruktur zukaufen, statt selbst aufzubauen. Ultimativ müssen sich Banken jedoch zu kombinierten Finanz- und Technologieunternehmen wandeln. Wie das erfolgreich funktioniert, kann man wohl besser von anderen großen, gewachsenen Unternehmen lernen als von kleinen Start-ups, die eine andere Ausgangslage haben. Was ich den Banken aber auf jeden Fall mitgeben kann, ist die Fail-forward-Mentalität: Scheitern muss man sich rasch eingestehen und darf es nicht verstecken.

 

Christoph: Lieber Jakob, danke für das Interview. Ich wünsche eurem Start-up alles Gute für die weitere Zukunft!

 

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