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Making of „Scrum – Think b!g“ – Teil 1

Am 13. Februar 2o17 kommt mein neues Buch “Scrum – Think b!g“ … in die Kinos hätte ich glatt geschrieben 😃  – natürlich in die Buchhandlungen.

„Wie machst du das nur? Ein Unternehmen führen, mit Kunden arbeiten, ständig publizieren und nun bringst du auch noch dein siebentes Buch raus?”, fragen mich Freunde und Kollegen immer wieder, wenn sie hören, dass ich mal wieder ein Buch rausgebracht habe. Dolores, meine Editorin, ist nicht nur dafür verantwortlich, dass meine Texte lesbarer werden, sie hat mir auch einmal erklärt, dass ich ein strukturschaffender Schreiber sei. Das heißt: Ich plane ein Buch nicht im Vorhinein im Detail durch, ich sammle nicht zunächst alle Materialien und Informationen und beginne dann erst zu schreiben. Es ist umgekehrt: Ich beginne zu schreiben und entwickle dabei die Struktur und den Inhalt.

Meine Art zu schreiben ist deswegen für viele nicht nachvollziehbar. Wenn ich ein Buch beginne, dann ist zunächst nur eines klar: das Thema. Die Vision sozusagen. In diesem Fall ging es darum, ein Buch über skaliertes Scrum zu schreiben. Ursprünglich wollte ich die einzelnen Skalierungsframeworks wie SAFe, LeSS, Nexus und andere einander gegenüberstellen und dann zeigen, dass diese Frameworks nicht funktionieren und wir etwas anderes brauchen. Ich wollte gewissermaßen meinen eigenen Framework entwickeln.

Tja — und dann kam sie, die Schreibblockade. Es ging nicht. Ich dachte zunächst, es läge daran, dass ich nicht genug über die anderen Frameworks wüsste. Also begann ich zu recherchieren und war gelangweilt. Auf der Agile 2015 wollte ich mich noch von den US-amerikanischen Consultants und ihren tollen Tools und Frameworks inspirieren lassen. Ich stieß auf Nexus, Scaled Agile und was nicht alles.

Tolles Marketing, keine Frage. Doch in meinen Augen war da nichts, was tatsächlich erklärte, wie man nun ein großes Projekt skaliert. Es ödete mich an. Zumal ich wirklich wusste, wovon ich sprach. Ich hatte bereits wirklich große Projekte erfolgreich mit Scrum abgewickelt. Bei dem, was ich hörte und las, war nichts Brauchbares dabei.

Doch ich tue den Consultants unrecht. Es gab eine kleine Gruppe von Agilisten, die ich seit langem kannte und die noch immer auf der Konferenz anzutreffen waren. Sie waren erfolgreich, hatten allerdings keine Frameworks im Angebot. Ich glaube, ihnen verdanke ich den Geistesblitz, den ich wenige Tage später hatte. Ich ignoriere diese Frameworks einfach und mache das, was wirklich erfolgreich ist: Rahmenbedingungen für agile Großprojekte schaffen, statt Blueprints verkaufen.

Meine Schreibblockade war wie weggeblasen und ich zeichnete das neue Buch in mein Notizheft. Ja, ich beginne jedes Buch mit einem Bild, häufig ist es eine Mindmap. Dieses Mal waren es mehrere kleine Zeichnungen, die die grobe Struktur des Buchs ergaben. Zeichnungen lassen mich die Struktur finden. Sie entsteht vor meinen Augen, ohne dass ich vorher weiß, wie die Struktur ist. Eines dieser Bilder war diese erste Skizze, die zwar später zu einer anderen Darstellung führte, sie war aber entscheidend für die Struktur des Buchs.

Was im Bild leicht zu erkennen ist: Agiles Skalieren setzt viel mehr voraus als eine neue Idee darüber, wie die Akteure in einem Scrum-Projekt miteinander umgehen. Agiles Skalieren erfordert ein Umdenken auf sechs Ebenen:

  1. Architektur
  2. Infrastruktur
  3. Know-how & Professionalität
  4. Es erfordert ein neues Produktentwicklungsparadigma
  5. Einen Management-Framework, den ich Scrum 3.0 nenne
  6. Und die fraktale Organisation

Als das klar war, begann ich mit dem Schreiben ….. mehr dazu in einem nächsten Blogbeitrag.

Würde mich freuen, wenn ich Euch auf mein neuestes Buch „Scrum – Think b!g. Scrum für wirklich große Projekte, viele Teams und viele Kulturen“ neugierig gemacht habe. Es kommt am 13. Februar 2017 in die Buchhandlungen.