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Selbstorganisation braucht Führung: Die glorreichen Sechs – Know-how

Um gemeinsame Aufgaben im Team selbstorganisiert bewältigen zu können, braucht es als fünftes Element entsprechendes Know-how auf mehreren Ebenen. Sofort nachvollziehbar ist natürlich, dass die fachliche Kompetenz, die die Aufgabe erfordert, in möglichst hohem Maße vorhanden sein oder schnell erworben werden muss. Gefragt sind aber auch methodische Kompetenzen, wenn eine völlig neue Vorgehensweise wie zum Beispiel Scrum erlernt und umgesetzt werden soll. Außerdem ist organisatorisches Wissen zwingend nötig, also Wissen zu den Prozessen der Selbstorganisation, etwa zum Rollenverhalten, zur Gestaltung der Meetings etc. Und nicht zuletzt gewährleisten soziale Kompetenzen das zielgerichtete Zusammenspiel aller Beteiligten (siehe Synchronisation). In diesem Punkt ist vor allem das Kommunikations-Know-how zentral, wenn man davon ausgeht, dass Selbstorganisation über soziale Interaktionen und dialogische Kommunikation geschieht.

Was die einzelnen Kompetenzen betrifft, sollte die laterale Führung mitunter in die Rolle des Trainers schlüpfen und in gezielten Einheiten verschiedene Lernimpulse anbieten. Lernen jeder Art ist ein neurologischer Vorgang, der Freiwilligkeit (siehe Freiwilligkeit), Zeit und vor allem Wiederholung und Übung braucht. Mitarbeiter, die eine laterale Führungsrolle übernehmen, werden meist deshalb ausgewählt, weil sie in bestimmten Kompetenzfeldern bereits mehr Wissen und Erfahrung mitbringen als andere. Dazu werden sie (oder sollten sie zumindest, oft aber in der Praxis allerdings zu wenig) spezifisch geschult, bevor sie diese Rolle übernehmen. So sollte und kann jede Gelegenheit – zum Beispiel Meetings, Workshops, situative Problemlösungssessions (bewusstes und unbewusstes kollegiales Lernen) – genutzt werden, um nötige Kompetenzen weiter zu entwickeln. Ebenso sollte die laterale Führung die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter darin unterstützen, gezielt interne und externe Weiterbildungsangebote zu nutzen. Ein wesentlicher Faktor selbstorganisierter Teamarbeit ist das sogenannte „transaktive Lernen“ im Team, also das kollegiale Lernen voneinander. Meist weiß der Kollege, die Kollegin, mehr als man denkt, das Wissen muss nur gemeinsam aktiviert werden. Auch hier kann die Führung in gezielten Teamentwicklungsmaßnahmen (aber auch in der Retrospektive) daran arbeiten.

 

Nachlesen?

Selbstorganisation braucht Führung: Die glorreichen Sechs – Sinn

Selbstorganisation braucht Führung: Die glorreichen Sechs – Struktur

Selbstorganisation braucht Führung: Die glorreichen Sechs – Freiwilligkeit

Selbstorganisation braucht Führung: Die glorreichen Sechs – Synchronisation