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Auch ScrumMaster machen mal Urlaub

ScrumMaster zu sein ist eine ziemlich fordernde Sache. Neben den langfristigen Zielen, die man für sich selbst und gemeinsam mit dem Team verfolgt, tauchen jeden Tag Impediments auf, die mehr oder weniger sofort analysiert und gelöst werden wollen. Ja, hin und wieder ist dann auch der ScrumMaster urlaubsreif. Es ist nicht vorherzusehen, wann Impediments auftreten und wie sie sich entwickeln – und meistens lösen sie sich während des Urlaubs nicht in Luft auf. Wenn wir von unseren Projekten länger abwesend sind, lassen wir uns also gerne von Kollegen vertreten. Irgendwie logisch.

„Oh mein Gott, ein neuer ScrumMaster!“

Da wir als Team sehr gut vernetzt sind und das Übernehmen von Teams regelmäßiger Teil unserer Aufgabe ist, ist es für uns als Consultants – vom Einarbeitungsaufwand abgesehen – ein routinierter Prozess. Für die unmittelbar Beteiligten, also in erster Linie für das restliche Scrum-Team und das Management, bedeutet das aber, sich sehr schnell und nur für einen relativ kurzen Zeitraum auf ein neues Gesicht einstellen zu müssen. Der oder die Neue steigt flugs in hausinterne Prozesse ein und hat aufgrund einer sauberen Übergabe durch den urlaubenden Kollegen auch noch ziemlich schnell seinen Daumen in offenen Wunden. Das muss man erst einmal verdauen.

Die Reaktionen, die einem ScrumMaster dabei entgegenschlagen, können weitreichend sein. Veränderung erzeugt nun einmal Widerstand. Zugegeben, eine Projektübergabe bedeutet in unserem Kontext nicht, dass wir dem vertretenden Kollegen jeden Handgriff erklären müssen und es kann sein, dass gewisse, für das Team selbstverständliche Spezifika nochmals hinterfragt werden. Unterm Strich machen wir aber alle zusammen das Gleiche: Scrum. Und das im Rahmen eines standardisierten Frameworks.

Die Chance eines neuen Mindsets

Um personenbezogene Impediments zu lösen, sind kontinuierliche Zusammenarbeit und Vertrauen nötig. Als Change Agents sehen wir in dem frischen Wind zwischendurch aber in erster Linie eines: eine Chance! Jeder Consultant bringt eine andere Spezialisierung, andere Erfahrungen und persönliche Zugänge zur Problemlösung ein. Als T-shaped-Team nutzen wir unsere unterschiedlichen Fähigkeiten gerne, um Spezialisten in das Projekt zu holen. Stefan Willuda zum Beispiel ist unser Spezialist für agiles Monitoring und Reporting; Karl Bredemeyer hat unglaubliche Skills in der Visualisierung und ist Mastermind hinter unseren Visual Scrum Trainings. T-shaped heißt in unserem Verständnis, dass Karl genauso rechnen und Stefan zeichnen kann. Ebenso verhält es sich mit unserem gemeinsamen Verständnis von Scrum: Das Toolkit ist das gleiche, jeder von uns nutzt die Tools aber auf seine eigene Art.

Mehrwert durch ein zweites Augenpaar

Insgesamt verhält es sich dabei wie beim Mob Programming: Durch ein zweites Augenpaar, einen externen Blick und ein frisches Mindset können Synergien geschaffen werden. Ich sehe es als Urlaubsvertretung gerade selbst, habe diese Vorteile aber auch schon auf eigenen Projekten erleben können, wenn ein Kollege mit einem Sonderthema oder einem speziellen Workshop für ein paar Tage eine neue Sicht auf ein Thema eingebracht hat. Sehen Sie das als Chance! Wenn ihr ScrumMaster das nächste Mal auf Urlaub gehen möchte, fürchten Sie sich nicht – fragen Sie ihn lieber, ob er sich vertreten lassen will!