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Wie ist es, ScrumMaster zu sein?

Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, was ein ScrumMaster braucht, oder ob Sie wirklich lieben, was Sie tun. Selbstverständlich lese ich die Blog-Beiträge meiner Kollegen mit größtem Interesse, denke viel über ihre Ansichten nach und frage mich dann, was wir ScrumMaster eigentlich machen.

Familie und Freunde würden an dieser Stelle wahrscheinlich antworten: „Du reist in der Weltgeschichte herum, um Erfahrungen zu sammeln und dich mit anderen auszutauschen.“ Die erste Antwort unserer Kunden läge wahrscheinlich irgendwo zwischen „ihr stellt alles auf den Kopf“ und „ihr macht etwas ziemlich Interessantes mit uns“. Was genau es für uns in der Praxis bedeutet, agil zu werden und lernende Organisationen mitzugestalten, lässt sich mit einem Satz schwer beschreiben:

  • Wir bringen uns an unsere persönlichen Grenzen.
  • Wir treiben einander gegenseitig weiter.
  • Wir tauschen unsere Erfahrungen aus.
  • Wir hinterfragen unser Denken und Handeln.

Das endet manchmal auch mit mehr Selbsterkenntnis als Fremdverständnis. Ja, wir bringen uns damit selbst oder gegenseitig an die Grenze unserer Komfortzone. Wir entwickeln uns ständig weiter.

Die persönlichen Erkenntnisse, die das mit sich bringt, sind vielseitig. Sie reichen von zahlreichen Fragen unseres operativen Alltags bis hin zur Frage, wieso große Konzerne und Marken als Arbeitgeber für uns einmal sexy erschienen, das heute aber nicht mehr selbstverständlich ist. Ja, viele von uns waren an einem Punkt, an dem wir uns als Mensch mit ‚unserer Marke‘ und deren Produkten identifiziert haben; egal, ob unser Produkt ‚Love Brand‘ war oder etwas Unromantisches wie ein Hygieneartikel. Wenn Sie wie ich Teil der berühmten Generation Y sind, fragen Sie sich dann im Handumdrehen auch, wieso uns Agilität, Lernen und Weiterentwicklung wichtig sind, und eine starke Marke per se noch keinen attraktiven Arbeitgeber macht.

Warum wir das interessanter finden? Weil wir gerne gegen den Strom schwimmen? Weil Einsatz und Freude an der Arbeit für uns nicht unvereinbar, sondern Ziel sind? Weil wir jeden Tag neue Herausforderungen suchen? Weil wir Lösungen gerne selbst in die Hand nehmen? Ich denke, das muss jeder für sich selbst beantworten.

Unterm Strich bleibt für uns immer das, was wir wollen: Unser Anspruch als Consultants und Interim ScrumMaster an uns selbst ist es, an uns selbst vorzuexerzieren, was wir bei unseren Kunden umsetzen wollen. Wir schließen dabei nicht aus, dass wir Fehler machen, aber wir verfolgen in dem, was wir tun, eine für uns richtige Intention. Und das macht uns letztendlich aus. Wir sind Change Agents.