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Der Grundpfeiler meines Lebens: Dankeschön!

Danke zu sagen hat eine unglaubliche Kraft. Im Laufe der Zeit verändert es Dinge im Großen wie im Kleinen. Ich durfte das am eigenen Leib erfahren, als ich eine der schwierigsten Phasen meines Lebens durchlaufen habe. Es war eine Zeit, in der anscheinend alles schief lief. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich mein gesamtes Geld verloren und war von äußeren Umständen bedroht, die mir unerklärlich waren. Ich hatte mich früher immer damit gerühmt, niemals unterzugehen, niemals aufzugeben und immer über Wasser bleiben zu können, das Bild des „Last Man standing“ war tief in meinem System verankert. Als diese für mich übermächtigen Schicksalsereignisse mich zu bedrohen anfingen und auf mich niederprasselten wie Hammerschläge auf einen Amboss, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben seit meiner Kindheit wirklich aufgegeben. In dieser Phase meines Lebens war völlig unklar, wie es weitergehen sollte. Jeden Tag haderte ich damit, dass es schlimmer werden könnte und zweifelte an der Einfachheit des Lebens.

Dank des Zuspruchs meiner Familie passierte aber dann etwas Unglaubliches. Ich fing an, meinen Blick auf die Dinge zu richten, die ich als gut empfand und ich begann, dankbar zu sein. Am Anfang fiel es mir richtig schwer. Wenn es viele bedrohliche Dinge im Leben gibt, ist es oft schwer, die kleinen Dinge zu finden, für die man dankbar sein kann. Irgendwann fing ich einfach damit an. Zunächst glaubte ich nicht einmal daran, ich sah nur einfach keinen anderen Ausweg mehr.

Ich fing an, im Stillen dankbar für jeden geschenkten Tag zu sein. Vorher hatte ich vor jedem Tag Angst: „Wird heute der Tag sein, an dem alles noch viel schlimmer wird?“, fragte ich mich jeden Morgen. Plötzlich begrüßte ich den Tag mit Dankbarkeit. Ich dankte dafür, einen weiteren Tag erleben zu dürfen, zu sehen, wie die Sonne aufging und mich von den Strahlen wärmen zu lassen. Ich fing an, Dankbarkeit für die Spaziergänge zu empfinden, die ich machte und die meinen Kopf frei machten. Ich bedankte mich für jede Minute, in der ich mich mit anderen Dingen beschäftigte, als darüber nachzudenken, wie schlimm noch alles werden könnte.

Allmählich passierte wirklich Seltsames: Dinge gingen zu meinen Gunsten aus, ohne dass ich mir erklären konnte, wie das so einfach möglich war. Jemand bot an, mir zu helfen. Obwohl es zu seiner Arbeit als Selbstständiger gehörte, hat er mir nie etwas dafür in Rechnung gestellt. Probleme begannen sich reihum einfach in Luft aufzulösen, während es mir selbst immer besser und besser ging und ich dankbarer und dankbarer für die Kleinigkeiten des Lebens wurde.

Verrückt oder System?

Ganz ehrlich, ich kann mir bis zum heutigen Tag nicht ganz erklären, warum das so ist und ich habe meine Erfahrungen lange mit niemandem geteilt, weil ich dachte: Wenn ich es mir nicht erklären kann, müssen mich alle anderen für verrückt halten. Aber wenn wir uns die neueste systemischen (Bewusstseins-)Forschungen und Change-Management-Methoden ansehen, wird diese Dankbarkeit gerade gelehrt. Einer der einfachsten Mechanismen diesbezüglich lautet: Worauf wir uns konzentrieren, davon bekommen wir mehr. Dementsprechend beginnen manche Firmen ihre Retrospektiven oder Meetings mit einer Runde, in der jeder sagen kann, wofür er gerade dankbar ist. Manche Firmen starten am Freitag eine Dankeslawine per Mail: Einer fängt an, Danke zu sagen und verschickt es an alle. Wer auch einmal für irgendetwas Danke sagen möchte, macht weiter.

Ich habe mich auf die Dankbarkeit für die guten Sachen in meinem Leben eingelassen und seitdem werden es mehr und mehr. Manchmal sitze ich vor meinen Leben und bin fassungslos, wie viele positive Dinge rund um mich passieren. Mit der Zeit wurde das Dankbarsein für mich zu einer Grundlebenseinstellung und das hat mich, meine Freunde, die Art der Dinge, die in meinem Umfeld passieren, grundlegend verändert. Keine einzige dieser Veränderungen war in irgendeiner Art und Weise negativ.

Hätte ich nur noch eine Minute zu leben und die Gelegenheit, den Menschen rund um mich noch etwas mitzuteilen, dann wäre es wohl das: Sei dankbar und höre auf dein Herz. Und übrigens: Danke, dass ich hier sein durfte, es war eine wirklich wunderschöne Zeit.