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Mir fällt nichts ein – ein Tipp zur Produktivität

Da will man einen Blogpost schreiben und dann fällt einem nichts ein. Das ist nervig, denn es ist ja nicht so, als hätte ich alle Zeit der Welt und könnte es mir leisten, einfach nur mal so rumzusitzen. (Da fällt mir ein, ich könnte mal einen Tipp dazu schreiben, dass ich einfach nichts machen will. Es gibt sogar eine Feature in „Psychologie heute“, in dem das Nichtstun als wichtiger Aspekt der Produktivität erklärt wird.)

Aber es ist doch komisch: Man will sich Zeit nehmen, sitzt im Café seiner Wahl (in meinem Fall im McDonalds in einem Industriezentrum), hat den Double Espresso vor sich, den Laptop ausgepackt und möchte etwas schreiben. Für den Blogeintrag am Montag. Der soll besonders gut werden und daher sollte da auch etwas wirklich Sinnvolles stehen.

Aber wie es eben so ist: Genau dann hat man eine Blockade. Wer etwas zu sehr will, der verkrampft. Ein anderes Problem, und das geht mir immer wieder so: Ich bin einfach ständig auf der Suche nach der perfekten Umgebung fürs Schreiben, nach dem richtigen Editor. Word ist okay, wenn ich mit dem Verlag arbeiten muss, aber einfach so zum Schreiben gibt es mittlerweile Hunderte von kreativen Lösungen, die alle um einiges besser sind. Doch die meisten haben den gleichen Fehler: Sie überfordern den Schreibenden mit zu vielen Funktionalitäten. Produkte, die mehr können, als der Autor wirklich braucht. Produkte, die Listen erstellen, Kommentarfunktionen anbieten und die Dokumente für 1000 Devices gleichzeitig verfügbar machen. (Das könnte ein anderer Blogbeitrag: Wie einfach es wäre, wenn ein Product Owner die Funktionen auf das absolut Notwendige beschränken würde (siehe dazu: „Rework“ von Jason Fried).

Ich würde ja am liebsten alles in meinem Lieblingstool Evernote schreiben (darin entsteht auch gerade dieser Blog), doch die OS X-Variante stört beim Schreiben mehr als sie nützt. Der Webeditor ist großartig – einfach und ablenkungsfrei, aber noch nicht ideal. Kann aber alles, was man braucht.

Jetzt habe ich noch Medium entdeckt, eine Blogging-Plattform von Evan Williams, dem Gründer von Twitter und Blogger. Wirklich großartig für Blogger. Da überlege ich sofort, ob wir unsere eigenen Blogs auf www.medium.com übersiedeln. Das hätte den Vorteil, noch einfacher schreiben zu können und gleichzeitig noch einfacher eine Community bilden zu können. Ich bräuchte mich auch nicht mehr darüber zu ärgern, dass sich unsere Website derzeit nicht für das Lesen von Blogeinträgen auf Mobile Devices eignet. Fragen über Fragen, die mich vom eigentlichen Produzieren eines neuen Blogbeitrages abhalten.

Moment, da ist er ja: Das, was ich geschrieben habe. Ich wollte einen Tipp zur Produktivität schreiben und was habe ich gemacht: Einen geschrieben und gezeigt, wie man sogar dann, wenn man nicht weiß, was man schreiben will, einfach einen Blogeintrag schreiben kann. Das Mittel der Wahl dazu: Freewriting. Dazu gibt es das wunderbare Buch „Writing without teachers“ von Peter Elbow.

Beim Freewriting schreibt man völlig wertungsfrei auf, was einem gerade durch den Kopf geht, ohne abzusetzen. Und wenn einem nichts mehr einfällt, schreibt man auf, dass einem gerade nichts einfällt und schon kommen die Ideen nach einiger Zeit wieder in Fluss. Um es in Anlehnung an die Open-Space-Methode zu sagen: Was auch immer dabei rauskommt – es ist das Einzige, das rauskommen konnte.

Das ist wahre Produktivität: in sich hineinzuhören und der eigenen Stimme zu folgen.

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