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Woran ScrumMaster ihre Effektivität erkennen

Jeder ScrumMaster stellt sich irgendwann diese Fragen:

  • Wie effektiv bin ich als ScrumMaster?
  • Welchen Mehrwert schaffe ich für das Unternehmen?
  • Wann ist meine Rolle als ScrumMaster im Team erfüllt?
  • Woran erkenne ich, dass wir als ScrumMaster unser Unternehmen voranbringen?
  • Wann sind wir als ScrumMaster-Team effektiv?
  • Woran erkenne ich, dass meine ScrumMaster einen guten Job machen?

Gibt es auf diese Fragen überhaupt eine auf messbaren Kriterien beruhende Antwort? Sehen wir uns die Fragen mal aus unterschiedlichen Blickwinkeln an. Setzen wir zunächst die Brille des einzelnen ScrumMasters auf, der in einem Entwicklungsteam arbeitet. Es gibt nur wenige absolut eindeutige und messbare Ergebnisse, die auf ein produktives Team und somit die effektive Arbeit des ScrumMasters schließen lassen:

Das Scrum-Team liefert!
Kontinuierlich produziert das Team in kurzen Iterationen Produktinkremente und liefert sie unabhängig aus. An den regelmäßigen Releases in kurzen Abständen wird dieser Rhythmus ersichtlich. Die Kunden erhalten meist schon nach zwei Wochen neue Funktionalitäten, die sie bereits nutzen können.

Geliefert wird auf hohem Qualitätsniveau
Das gesamte Team ist für eine hohe und beständige Qualität verantwortlich. Die hohe Kundenzufriedenheit lässt auf eine gute Zusammenarbeit und eine qualitativ hochwertige Produktentwicklung schließen. Ein sicheres Zeichen für eine gute Arbeit des Entwicklungsteams ist es auch, wenn der Kunde nur wenige Fehler zurückmeldet – insgesamt ist ist das auch ein Verdienst der effektiven Arbeit des ScrumMasters.

Pixabay CC0
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Neben diesen zwei direkten Anzeichen guter ScrumMaster-Arbeit gibt es einige indirekte Indikatoren, die eine hohe Effektivität in der Vorgehensweise vermuten lassen:

Das Team erkennt Impediments eigenständig
Das Aufdecken von Hürden und Blockaden im Team trägt zu einem besseren Verständnis darüber bei, was die Arbeit eines Entwicklers erschwert. Genau so wichtig ist es aber, für alle Beteiligten transparent zu machen, wie diese Hürden bearbeitet und gelöst werden. So wird das Team für das Erkennen aufkommender Impediments sensibilisiert und im besten Fall lernt es sogar, Impediments selbst zu thematisieren und zu lösen.

Das Team verbessert sich kontinuierlich
In den Retrospektiven hilft der ScrumMaster dem Team, über die eigene Arbeit zu reflektieren. Sind positive und verbesserungswürdige Punkte erst einmal identifiziert, lassen sich Maßnahmen ableiten. Auch hier arbeitet der ScrumMaster aktiv mit dem Team zusammen und versucht, das Commitment jedes Teammitgliedes zu wecken, sich selbst und somit die Teamleistung zu verbessern. Wenn der ScrumMaster das schafft, macht es sich teilweise als höhere Produktivität bemerkbar – wieder ein messbares Ergebnis.

Das Team vertraut seinem ScrumMaster
Feedback wird offen gegeben, angehört und auch angenommen. Dass das Feedback außerdem die Leistung und nicht die Person betrifft, ist ein Zeichen dafür, dass im Team Sicherheit, Respekt und Vertrauen herrschen. Das Team steht füreinander ein und sieht in jedem Mitglied den Mehrwert, den es für das Gesamtprojekt leistet. Diese Stimmung aus gegenseitiger Unterstützung, gemeinsamer Verantwortung und Austausch untereinander zu schaffen, ist eine der wesentlichsten Aufgaben eines ScrumMasters und damit ein guter Gradmesser für wirksame Arbeit.

Der ScrumMaster reflektiert und erkennt Verbesserungsmöglichkeiten an sich selbst
Ein ScrumMaster ist auf Dauer nur dann eine Bereicherung für sein Team, wenn er auch die Verbesserungspotenziale an sich selbst erkennt und nutzt. Durch ständige Reflexion der eigenen Tätigkeit versucht der ScrumMaster, sich selbst und somit seinen Mehrwert für das Team zu identifizieren und gegebenenfalls zu erhöhen.

Bewegen wir uns von der Perspektive des einzelnen ScrumMasters auf die skalierte Ebene und nehmen wir die Rolle des ScrumMasters of ScrumMaster (SoS) ein. Natürlich möchte auch er seinen Wert für die Organisation messen und bewerten können. Woran könnte er die Effektivität seiner Arbeit festmachen?

Die einzelnen Scrum-Teams liefern
Ein SoS hat seine Aufgabe erfüllt und somit einen guten Job gemacht, wenn die einzelnen ScrumMaster die Impediments ihrer Teams lösen und ihnen so beim Liefern helfen. Die Unterstützung in der Bearbeitung von Impediments gewährleistet, dass die Projekte des Unternehmens vorankommen und abgeschlossen werden können.

Teamübergreifende Impediments werden gelöst
Betrifft ein Hindernis mehr als ein Entwicklungsteam, sollten die ScrumMaster sinnvollerweise gemeinsam an einer Lösung arbeiten – der SoS unterstützt sie dabei tatkräftig. Er ermutigt seine ScrumMaster, mit offenen Augen an die Arbeit zu gehen, damit auch verdeckte Hürden aufgezeigt und beseitigt werden können.

Das ScrumMaster-Team hat eine vielfältige Methodenkompetenz
Jeder ScrumMaster sollte mehrere unterschiedliche Moderations-, Arbeits- und Führungstechniken beherrschen, um sein Team effektiv bei der Arbeit unterstützen. Der SoS sorgt für Wissensaustausch, Dokumentation und die Ausbildung solcher Kompetenzen. Somit kann er seine Effektivität an der Vielfalt der Methoden bzw. ihrer Wirksamkeit in der Umsetzung messen.

Als Team sind wir stark!
ScrumMaster haben meistens ähnliche Schwierigkeiten in ihren Teams. Umso wichtiger ist die Unterstützung und der Austausch zwischen den ScrumMastern, um nicht die Orientierung auf das übergeordnete Ziel zu verlieren. Die ScrumMaster eines Unternehmens gestalten gemeinsam die Organisation und verbreiten das agile Mindset.

Setzen wir abschließend noch die Brille des Managements auf. Lassen wir stellvertretend einen Manager sprechen, der unsere Gedanken wunderbar zu Ende bringt:

„Mit dem Scrum of Scrums möchte ich für meine Mitarbeiter die Möglichkeit zum Austausch eröffnen; einen Austausch über empfehlenswerte Arbeitsweisen im Team, aber auch über schiefgegangene Versuche, das eigene Team produktiv zu machen. Das wichtigste Ziel ist und bleibt, dass die einzelnen Teams liefern und zwar in hochwertiger Qualität und zur Zufriedenheit unserer Kunden. Ist dieses Ziel erreicht, hat der ScrumMaster seine Arbeit effektiv erledigt.“

Entstanden in Zusammenarbeit mit Cathleen Spröte und Lisa Zenker