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Inspired & Required – Wooga: Ansporn mit Feelgood-Spirit und Schlafkojen

Feelgood-Teams, ein eigener Unternehmens-Koch, Job-Ticket für die Öffis, Home-Office oder Ruhekojen: Dass es mittlerweile mehr braucht als nur geregelte Arbeitszeiten und 30 Urlaubstage, um qualifizierte Mitarbeiter bei der Stange zu halten, haben viele Unternehmen bereits gemerkt. Es passiert was in den Unternehmenskulturen. Bestehende Strukturen werden umgekrempelt, damit die Mitarbeiter motiviert zur Arbeit kommen.

In unserer Serie „Inspired & Required“ wollen wir Unternehmen vorstellen, die ein bisschen innovativer aufgestellt sind als andere und besonders ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen, um auf diese Weise ihren Mitarbeitern zu helfen, ihren Job gut zu machen. Den Anfang machen wir heute mit Wooga (http://www.wooga.com/) aus Berlin. Die Softwareentwickler für Mobile Games erfinden und gestalten weltweit erfolgreiche Spielekonzepte für Handy, Facebook und Co. und bringen mehr als 250 Mitarbeiter aus 40 Nationen unter ein Dach.

Obwohl Wooga schon lange kein kleines Startup mehr ist, hat es sich die Strukturen eines solchen bewusst bewahrt. Denn das große Ganze setzt sich aus kleinen Game-Teams zusammen, die wiederum handeln können wie agile Startups. In jedem einzelnen organisieren und gestalten bis zu 10 Köpfe ein eigenes Projekt und treffen bis zum Schluss jede einzelne Entscheidung selbst. Seit zwei Jahren gibt es bereits ein Feelgood-Team im Unternehmen, das sich ganz besonders um Neuzugänge aus dem Ausland kümmert. Wooga hilft nicht nur bei der Integration ins Unternehmen, sondern greift auch bei mühsamen Behördengängen unter die Arme, genau wie bei der Wohnungssuche. So können Neuankömmlinge erst mal 6 Wochen in einer Übergangswohnung bleiben, die von Wooga organisiert und bezahlt wird. Denn: Je schneller der Mitarbeiter sich angekommen fühlt, desto schneller packt er auch konzentriert seine Arbeit an.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die soziale Vernetzung der einzelnen Mitarbeiter. Regelmäßig werden Neuzugänge zum Pizzaessen mit dem Management-Team eingeladen, damit man sich kennenlernen kann. Beim monatlichen Mystery-Lunch beispielsweise wird ein Tisch immer von vier Leuten geteilt, die sonst nicht so viel miteinander zu tun haben. So schauen alle mal über den eigenen Tellerrand hinaus und bekommen einen Einblick in das, was die anderen eigentlich so machen. Dem Unternehmen ist zudem wichtig, auch langfristig mit der Konkurrenz mitzuhalten. Den Schlüssel dazu sieht Wooga in seinen Mitarbeitern und stellt jedem von ihnen jährlich ein großzügiges Weiterbildungsbudget zur Verfügung, das an zwei vollen Tagen im Jahr zur persönlichen Ausbildung genutzt werden kann.

Und das ist noch lange nicht alles: Um jederzeit fit für wichtige Entscheidungen zu bleiben, gibt es bei Wooga Ruhekojen, welche die Mitarbeiter für einen kurzen Powernap nutzen können, wenn das Gehirn mal nicht so arbeitet, wie es sollte. Und hat man mal keine Lust, immer nur Spiele zu entwickeln, kann man sich auch im Game Room eine Auszeit nehmen und selbst ein paar Spiele zocken, bis man wieder auf klare Gedanken kommt.

Wooga gehört mit seinem Konzept sichtlich zu den Vorreitern, die sich rasch der wandelnden Arbeitswelt angepasst haben, um auch in Zukunft nur die besten Talente bei sich im Team begrüßen zu dürfen. Mit seiner Feelgood-Strategie schafft das Unternehmen genau die kreative Umgebung, die ihre Mitarbeiter brauchen, um gute Online-Spiele zu erschaffen.

Drei Fragen an Gitta Blatt, Head of People bei Wooga

Gibt es bei Wooga ein spezielles Arbeitszeitenmodell?
Wooga setzt beim Thema Arbeitszeiten auf Vertrauen, da wir davon ausgehen, dass jeder unserer Mitarbeiter persönlich für sich erfolgreich sein möchte. Produktivität ist bei uns wichtiger als reine Anwesenheit. Es gibt in unserem Arbeitsalltag gewisse Ankerpunkte in Form der zwei täglichen Stand-up-Meetings um 9:30 und 18:00, bei denen auch die meisten Teammitglieder anwesend sind. Aber grundsätzlich entscheiden unsere Mitarbeiter selbst, wann sie kommen und gehen.

Wie kommt Wooga auf so kreative Ideen wie den Mystery-Lunch oder die Ruhekojen?
Bei uns wird nichts wirklich geplant. Jeder darf seine Ideen beitragen, das ist wie ein riesengroßes Brainstorming. Ideen, die viele gut finden, werden im Kleinen ausprobiert. Wenn diese funktionieren und auf Anklang stoßen, werden sie etabliert.

Warum sind agile Methoden vor allem in der Softwareentwicklung so populär?
In der Softwareentwicklung herrscht ein hohes Tempo an Innovation und Veränderung. Etwas, das man zu Beginn eines Projekts geplant hat, kann im Laufe der Entwicklung an Aktualität verlieren. Unsere Produkte sind eigentlich nie wirklich fertig, denn die Ergebnisse müssen immer weiter verbessert werden und dafür ist ein hoher Grad an Flexibilität nötig. So ist z. B. ein Spiel von Wooga auch nach der Fertigstellung und dem eigentlichen Launch ein Service, der weiter gepflegt und entwickelt werden muss.