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Next round please!

Plan, Do, Check, Act – Plan, Do, Check, Act – Plan, Do, Check, Act – Plan …
Der Deming Cycle begleitet mich als Mensch schon ein Leben lang. Die dahinterliegenden Begriffe sind umgangssprachlich schnell erklärt (Für eine intensivere Auseinandersetzung siehe http://en.wikipedia.org/wiki/PDCA oder die Vielzahl der Bücher zum Thema.)

Plan – Lege fest, wie Du das Ziel erreichen willst.
Do – Zerlege das Ziel in kleine Schritte und führe diese aus.
Check – Analysiere das Ergebnis dieser Schritte.
Act – Führe korrektive Maßnahmen durch und mache diese zum Bestandteil des nächsten Durchlaufs.

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Das Konzept ist ein Grundbestandteil der Scrum Methodik und somit ein fester Bestandteil unserer täglichen Arbeit. In den Estimation und Sprint Plannings #1 & #2 planen wir, WAS getan und WIE es getan werden soll (Plan). In den Sprints setzt das Team diese Planung durch die Ausführung von Tasks um (DO). Im Review und in der Retro sehen wir uns an, wie es für die Kunden und für das Team gelaufen ist und was wir in der nächsten Runde besser machen können (Check). Diese konkreten Verbesserungsvorschläge nehmen wir mit in die nächste Runde, um wieder Dinge ein Stück weit zu verbessern (Act).

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Es ist ein ständiger Kreislauf. Als Metapher dazu fällt mir der ständige Kreislauf der Natur ein. Der Frühling ist der Anfang: Es fangen die ersten Triebe zu sprießen an und die Luft ist voll von Hoffnung auf Wachstum und darauf, in diesem Jahr ungeahnte Größen zu erreichen. Im Sommer beginnt der Wettbewerb der Schönsten: alles blüht und zeigt, welche Pracht die Natur entwickeln kann. Im Herbst ist Showtime: Was wurde denn wirklich produziert und wer trägt die meisten Früchte? Der Winter ist die Regenerationsphase: Es gibt eine Ruhepause, in der die Natur ihre Kräfte sammelt, um im Frühling den Zyklus wieder neu beginnen zu können.

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So und nun folgendes Szenario: Mutter Natur sagt eines Tages als Personifikation des gesamten Kreislaufes: „Puh, immer dieser Kreislauf und dieses ständige Verbessern und Verändern der Gene und das Mutieren. Ach lassen wir das doch einfach sein. Wir haben das doch schon so einige Jahrmillionen Jährchen gemacht, langsam sollte ich den Dreh ja raus haben, ich hör jetzt einfach auf mich zu verändern. Ich hab mein Ziel erreicht.“

Klingeln da nur bei mir dir Alarmglocken oder geht das anderen Lesern auch so? Ich habe den starken Verdacht, dass diese Maßnahme kein gutes Ende für die Natur (geschweige denn für uns Menschen) haben würde. Was würde mit unserem Ökosystem passieren, wenn Bäume sich entschließen würden, sich nicht mehr an ihre Umstände anzupassen und sich zu verbiegen, um das Sonnenlicht zu erreichen? Was würde passieren, wenn Blumen nicht immer neue Geruchsstoffe entwickeln würden, um Insekten jedes Jahr aufs Neue anzulocken?

Das ständige, nie aufhörende sich Verändern ist ein stetiger Bestandteil der Natur, dem wir unser Überleben verdanken. Mehr noch, wir Menschen selbst befinden uns in einem ständigen Veränderungsprozess, der unser eigenes Überleben ermöglicht. Eine Lebensphase wechselt die nächste ab. Was gestern noch unglaublich wichtig war, kann morgen schon bedeutungslos sein.

In diesem Sinne, feiern Sie in Scrum den Herbst (Review) und nutzen Sie die Winter (Retrospektive), um sich Gedanken zur Optimierung der nächsten Iteration zu machen – aber bitte vermeiden Sie es, das Ende von Scrum zu suchen. Das Ende von Scrum als iterativer Prozess wäre das Ende der Weiterentwicklung. Die Weiterentwicklung ist jedoch der größte Vorteil auf einem sich verändernden Markt und hilft, jede Schwierigkeit zu meistern.

  • Ein Winterabend

    Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
    Lang die Abendglocke läutet,
    Vielen ist der Tisch bereitet,
    Und das Haus ist wohlbestellt.

    Mancher auf der Wanderschaft
    Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
    Golden blüht der Baum der Gnaden
    aus der Erde kühler Saft.

    Wanderer tritt still herein;
    Schmerz versteinert die Schwelle,
    Da erglänzt in reiner Helle
    Auf dem Tische Brot und Wein.

    Georg Trakl, öster. Dichter,
    1887-1914