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Wie man mit Transparenz ein Produkt zum Fliegen bringt – das Projekt-Cockpit

Man streitet sich immer wieder darüber, was Scrum eigentlich ist. Ist es ein Management-Framework? Oder doch ein Mindset? Oder gar eine Projektmanagementmethode? Vielleicht doch eher ein Prozess? Für mich ist es all das und noch viel mehr: nämlich auch eine Methode, um Probleme ans Tageslicht zu bringen. Durch die Transparenz, die in Scrum-Projekten gegeben ist, kann man Risiken und Hindernisse schnell erkennen und darauf (hoffentlich) frühzeitig mit einer Lösung reagieren.

Doch wie stellt man diese Transparenz in Scrum eigentlich her? In den unterschiedlichsten Projekten versuche ich stets, das gesamte Produkt bzw. Projekt an einem Ort haptisch abzubilden, um einen kompletten Überblick zu bekommen. Und ja, wir reden hier von Flipcharts, Brownpaper und Post-Its an der Wand. In diesem Blog möchte ich einen kurzen Überblick über eine für mich optimale Form eines „Projekt Cockpits“ geben.

Was?

  • Transition Backlog und Taskboard für das Transition Team
  • Skaliertes Impediment Backlog und Taskboard für das ScrumMaster Team
  • Product Backlog und Taskboard für das Product Owner Team
  • SoS Board und Release Burn-Down Chart für die Dev.Teams

Wie?
All diese Boards, die man in der skalierten Scrum-Umgebung typischerweise vorfindet, würde ich an einem Platz zusammenhängen. Je nachdem, wie die Teams strukturiert sind und ihre Meetings leben, kann man die Reihenfolge der Boards anpassen, gewisse Boards zusammenlegen oder überhaupt andere Boards nutzen. Ob man die Wände eines Büros, eines Ganges oder eines Aufenthaltsraumes nutzt, ist letztendlich egal – wichtig ist nur, dass es ein zentraler Ort ist, damit die Macht der Transparenz über die Lieferung auch wirklich genutzt wird.

Wer?
Am besten ist es, wenn jedes Team sein Board selbst gestaltet und sich überlegt, wofür es dieses nutzen möchte, welche Informationen darauf abgebildet sein sollten und wie es gepflegt werden wird. Generell bedarf es hier eines Commitments und der Mitarbeit aller Projektbeteiligten.

Wozu?
Einer der wesentlichen Benefits von Scrum ist die verbesserte Kommunikation innerhalb von Projekten und Organisationen. Dieses Projekt Cockpit verbindet Kommunikation mit Transparenz auf zwei Arten: Erstens wird hier die erledigte Kommunikation abgebildet (z.B. Impediments aus dem ScrumMaster- bzw. Tasks aus dem Transition Team Daily werden aufgeschrieben und aufgehängt) und dadurch entsteht eine Art Protokoll für die restlichen Mitarbeiter. Zweitens passiert es regelmäßig, dass jemand dort einen Task oder ein Impediment vorfindet, bei dem er selbst schon einmal etwas gemacht hat bzw. das er lösen könnte, wenn er nur davon gewusst hätte. Im Sinne der Nutzung von Synergien und Lieferung kann einem Projektteam doch nichts Besseres passieren!

Kleiner Hinweis: Anfangs dauert es meist ein wenig bis das Cockpit ins Laufen kommt, doch wenn es dann von allen genutzt wird, hilft es ungemein. Probiert es doch mal aus oder habt ihr selbst auch schon (andere) Erfahrungen mit dieser Art von Projekttransparenz gemacht?

Zum Schluss noch ein Beispiel-Cockpit aus einem aktuellen Projekt:

IMG_6038

  • Michael Pitra

    Hallo Steffi,

    eine kleine Ergänzung noch: wichtig ist es nicht nur, die Boards zusammenzubringen sondern auch allen Teilnehmern aller Teams den Content aller Boards so zu erklären, dass ein umfassendes Verständnis über die Inhalte herrscht. Es bringt nix, wenn Grafiken rumhängen, die dann zu Missverständnissen führen. Die Synergien entstehen nur, wenn alle die gleiche Landkarte im Hinterkopf haben! Ich finde ja in Wien auch nicht zur Stadthalle, wenn ich den Stadtplan von Frankfurt in der Hand halte…

    • Stephy Gasche

      Hi Michael, das stimmt absolut. Danke für diese Ergänzung :) Ich habe dafür u.a. das Review genutzt, bei dem nämlich sowohl die Stakeholder als auch alle Scrum-Teammitglieder anwesend waren. Zusätzlich sollte man dann auf jeden Fall auch um Feedback, Input und Verbesserungsvorschläge fragen.