Drücken Sie Enter, um das Ergebnis zu sehen oder Esc um abzubrechen.

„Du nervst!“ – Wie man mit Menschen umgeht, die einen in den Wahnsinn treiben

Es gibt sie immer – Menschen, mit denen man nicht gut klarkommt. Seien es Kollegen, Kunden, Berater, Bekannte innerhalb des eigenen Freundeskreises und des öfteren sogar Familienmitglieder. Sie alle sind Teil unterschiedlicher Systeme, in denen man sich bewegt. Jedes Mal, wenn ich eine jener Personen antreffe, merke ich sofort, wie mein Blutdruck ansteigt und ich mich bemühen muss, freundlich und geduldig zu bleiben. Nach jahrelanger Beratertätigkeit, bei der ich schon die unterschiedlichsten Menschentypen angetroffen habe, meine ich nun, ein paar Möglichkeiten gefunden zu haben, um in der Anwesenheit eines (für mich) nervigen Menschen einen kühlen Kopf zu bewahren. Hier meine fünf persönlichen Favourites:

  1. Durch Beobachtung herausfinden, was es ist, das mich nervt. Sei es eine gemeinsame Historie, Handbewegungen, Dialekt, Körperhaltung etc. Egal – der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Dann sollte man sich selbst fragen, weshalb diese Aspekte einen nerven. Es könnte ja sein, dass man Opfer des Resonanzgesetzes geworden ist.
  2. Positives Hinterfragen. Was schätzen gemeinsame Bekannte an dieser Person? Welche Aspekte würden dir fehlen, wenn diese Person nicht mehr da wäre? Was müsstest du an Rollen in eurem System übernehmen? Würden Aufgaben auf dich übergehen? Man kann sich auch absurde Fragen stellen wie: „Wenn ich mich in diese Person verlieben müsste, welche Aspekte wären es, die mich anziehen würden?“
  3. Man könnte versuchen, eine Veränderung im Verhalten der anderen Person herbeizuführen. Dies kann man erreichen, indem man positives Verhalten durch Feedback hervorhebt und bestärkt. Meine Erfahrung ist, dass kontinuierliches Feedback über einen längeren Zeitraum einen wirklichen Unterschied macht.
  4. Offenlegen. Wie wichtig dieser Aspekt ist, hat mich meine Coachingausbildung gelehrt. Hier ist essenziell, dass man ehrlich ist und beim Feedback bei sich selbst anfängt. Richtig wäre „Liebe Caro, ich habe manchmal das Gefühl, dass wir an einander vorbeireden. Oder „Liebe Caro, manchmal scheint es mir, als würden jene Punkte, die ich anmerke, bei dir nicht das Gehör bekommen, das sie meines Erachtens nach bekommen sollten.“ Zu vermeiden sind Floskeln wie „Das ist so“ oder Worte wie „immer“. Denn das stimmt ja nicht – erstens gibt es immer Ausnahmen und zweitens ist es eine persönliche Meinung. Hier ist es auch wichtig, auf die Kultur zu achten – während man in Österreich eher von der Maschekseite kommen würde, geht es in Deutschland zum Beispiel direkter zu.
  5. Nach der Offenlegung die Meinung des Gegenübers abholen: „Siehst du das genauso?“ Und anschließend „was können wir tun, um die aktuelle Situation zu verändern?“

Falls keiner der genannten Punkte funktioniert, würde ich empfehlen, einen Systemischen Business Coach aufzusuchen und das Thema mit ihm durchzuackern.

Mit welcher der fünf Optionen hast du schon Erfahrungen gesammelt? Welchen sechsten Tipp würdest du mir raten, in mein Repertoire aufzunehmen?