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Der Fels in der Brandung aka ScrumMaster

So ein ScrumMaster-Job kann gehörig aufwühlend sein. Je nach Projektphase geht es zum Teil hoch her. Widerstand gegen die Veränderung, Unverständnis über das neue Vorgehen, Kollegen, die immer noch einen drauf setzen müssen. Da bleibt die gewünschte Anerkennung von außen oft aus und es fehlt die innere Balance, sie aus dem eigenen Herzen zu holen. Wo kommt sie dann her – die Zuversicht, dass alles gut wird und man auf dem richtigen Weg ist? Wie baut er sich auf, dieser Fels in der Brandung aka ScrumMaster?

Hast Du es schon mal mit Meditation versucht?

Es gibt Schulen, die sagen, ein moderner Leader kommt ohne zu innerer Balance verhelfender Meditation nicht mehr aus. Beim Verweilen im gedankenlosen Raum der Leere tauchen sie auf – die unbequemen Sätze vom Chef heute, die ungelösten Probleme aus dem Projekt, die Reue über die harsche Antwort an den Kollegen. Dann sitzen wir da und irgendwann (mit der Übung wird es immer schneller) merken wir, was wir da gerade so denken. Jetzt wird uns bewusst, wo uns etwas aus der Bahn gebracht hat, auch wenn wir es zunächst geschafft hatten, es zur Seite zu schieben.

Es gibt viele Varianten von Meditation. Einige konzentrieren sich in erster Linie auf das Schaffen von Bewusstheit. Sind wir das nächste Mal in einer ähnlichen Situation, merken wir vielleicht schon im selben Moment: „Ach, das ist doch wie beim letzten Mal“. Und wenn uns das ein paar Mal passiert, schaffen wir es vielleicht irgendwann, uns anders zu verhalten. Jeder, der schon einmal eine Fremdsprache gelernt hat, kennt diesen Effekt. Man wird auf einen Fehler hingewiesen und wenn man ihn das nächste Mal macht, wird man unsicher. Irgendwas war hier, doch weiß man noch nicht so recht, welche Variante die richtige ist. Irgendwann weiß man Bescheid, sobald man sich die falsche Variante sagen hört und man kann sich sofort korrigieren. Und zu guter Letzt sagt man es dann gleich beim ersten Mal korrekt.

Was ich damit ausdrücken will: Verhaltensänderungen brauchen Geduld, und Meditation ist ein möglicher erster Schritt auf dem Weg dahin, indem sie uns hilft, uns jene Themen, die uns aus dem Tritt bringen, bewusst zu machen. Als zweiten Schritt braucht es die Entscheidung, es in der Zukunft anders zu machen. Und dann braucht es Geduld und Beharrlichkeit.

Und Meditation kann noch mehr. Neben der Bewusstmachung als Basis für die Veränderung hilft sie uns, gleich jetzt Frieden zu machen mit dem was ist und war. Der Raum ohne Gedanken ist ein guter Ort, um seine Wunden und Schrammen abzulegen. Man kann sie wie ein Paket einfach in die Leere geben. Ohne weiter darüber nachzudenken, taucht man selbst wieder in den gedankenlosen Raum ein. Dort verweilt man so lange, bis der nächste Gedanke auftaucht, der uns so sehr bewegt, dass er es schafft, uns aus der Leere hinaus zurück in unsere Gedankenkreise zu tragen. Und der Kreislauf beginnt von Neuem, bis das Herz Frieden hat und ruhig sitzen kann.

Wenn das Gemüt in gar zu großer Unruhe ist, braucht es eine explizite Bearbeitung der Situation. Hier hilft oft ein Gespräch mit Freunden oder der Familie. Bei beharrlichen Themen empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit einem Coach und mit Selbstcoaching-Methoden, wie z.B. einem Tagebuch. Um kurzfristig Dampf abzulassen hat sich ebenfalls Sport sehr bewährt.

Liebe ScrumMaster, was sind Eure Rezepte bei innerer Unruhe, bei mangelndem Gleichmut und verschwundener Gelassenheit, oder gar dem Verlust der Freude und Begeisterung für Eure Arbeit?