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Die Kraft der Begeisterung

Vor ein paar Tagen erlebte ich (endlich) einmal wieder so einen Moment … einen Moment, der mich wissen lässt, dass es nicht reiner Idealismus ist zu glauben, dass Menschen Spaß an ihrer Arbeit haben und aus ihr Energie ziehen können.

Einen Moment des Leuchtens in den Augen, der Begeisterung, des Mutes, des Gestaltungswillens! Der PO – der mit dem Leuchten in den Augen – war in ein Projekt reingeraten, bei dem politische Zwänge, künstliche System- und Entwicklungstrennungen und vermehrte Absicherungsaktivitäten das Arbeiten alles andere als agil machten. Vorherige Anläufe waren bereits gescheitert bzw. die Live-Stellung war schon einige Male verschoben worden. Zur Absicherung der eigenen Abteilung ließ man höchste Vorsicht walten in der Zusammenarbeit. Man bestand auf lupenreine Schnittstellendefinitionen im Vorfeld, Abnahmen ohne Anbindung des Systems an die Schnittstelle bzw. das Frontend, parallele Abarbeitung unterschiedlicher Anforderungen und und und …  Zwar wurde in 2-Wochen-Sprints gearbeitet, doch die Resultate waren für niemanden wirklich zufriedenstellend. Man hatte sich allerdings irgendwie damit abgefunden, vielleicht gerade aufgrund der Projekthistorie.

Aufgrund einer unabhängigen Anfrage des Fachbereichs/Kunden zur Umsetzbarkeit einer Funktionalität im System wurde sich der PO aber wieder darüber bewusst, was sein System eigentlich drauf hatte. Aufgrund dieses Impulses traute man sich plötzlich, das vermeintlich Offensichtliche zu denken: „Können wir nicht die Funktionalitäten, die der Kunde sich seit Jahren durch die Einführung eines neuen Systems erhofft hat, nicht auch viel einfacher im eigenen System abbilden?“

Als der PO diesen Gedanken aussprach, erinnerte er sich daran, dass er genau dies als Vision für sein neugegründetes Team vor einem Jahr formuliert hatte. Und auch damals schon war plötzlich eine Energie und Klarheit im Raum, wie sie keine schriftliche Dokumentation und Absicherung jemals erzeugen kann. Sie war positiv! Damals wie heute bei der gleichen Sache.

Diese positive Energie zeigte mir als ScrumMaster, in welche Richtung ich weiterarbeiten musste.