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Was treibt dich an?

Immer wieder frage ich mich in meiner Rolle als ScrumMaster: „Was kann ich dafür tun, dass mein Team schneller wird? Wie kann ich es anspornen?“

Was sind Motive, um schneller zu liefern? Unterscheiden wir zunächst zwei Kategorien der Motivation. Die intrinsische, also die Motivation von innen heraus, und die extrinsische, also die Motivation von außen. Hier einige Beispiele:

Intrinsische Motivationen

  • Die Arbeit und ihr Ergebnis begeistern mich.
  • Das Ergebnis hat für mich persönlich einen greifbaren und spürbaren Nutzen.
  • Angst um den Arbeitsplatz/vor den Konsequenzen bei Verzug, auch ohne spürbaren Druck von außen
  • Ich weiß, welchen Anteil/Beitrag ich leiste.
  • Ich weiß, wohin die Reise geht.
  • Ich bin innerhalb eines für mich guten und nachvollziehbaren Rahmens selbstbestimmt in meinem Handeln

Extrinsische Motivationen

  • Druck von außen (Chef, Projektleiter etc.)
  • Prämienzahlung bei Termintreue und stimmiger Qualität
  • Anerkennung vom Chef/Vorgesetzten.
  • Konkurrenz anderer Teams/Projekte/Unternehmen

Idealerweise arbeitet jemand effizient und liefert entsprechend schnell und in guter Qualität, auch ohne dass wir etwas tun. Das Leben ist aber nicht immer ein „Ponyhof“ und so sind doch immer wieder einer „Beschleunigung“ von außen und Motivationsspritzen durch den Scrum Master nötig. Ich möchte also die Frage stellen: Wie motiviert ihr euer Team? Oder. Wie bringt ihr das Team dazu, vielleicht sogar für euch zu rennen? Hattet ihr schon einmal einen Team Lead/Chef/Vorgesetzten, den ihr so sehr geachtet habt, dass ihr schon aus diesem Grunde für ihn oder sie gerannt seid? Eine ideale Situation, oder?

Als Geschäftsführer habe ich die Erfahrung gemacht, dass genau hier ein wichtiger Hebel liegt. Es steht zwar in keinem Buch geschrieben, aber der ScrumMaster ist in meinen Augen auch für die Stimmung im Team zuständig. Wie heißt es doch so schön: Der Fisch beginnt beim Kopf zu stinken. Oder: „Zeig mir dein Geschäft und ich zeig Dir deinen Chef.“

Tun wir also etwas dafür, dass das Dev Team gerne liefert. Sorgen wir für Stimmung und dafür, dass die Mitglieder gerne zur Arbeit kommen und gerne in diesem Team arbeiten. Genau dafür braucht es ja die berühmten Soft Skills, wie die Fähigkeit, Konflikte zu lösen oder als Schlichter und Moderator zu agieren, um Frust zu vermeiden etc. Warum nicht also den Witz des Tages einführen oder ein regelmäßiges Teamfrühstück durchführen? Auch mehr oder weniger große gemeinsame Teamevents können helfen. Dies sollen keine pauschalen Allheilmittel sein. Jeder sollte herausfinden, was dazu führt, dass ein Teammitglied sich noch wohler fühlt. Wichtig ist jedoch, dass Konflikte gelöst und nicht unter den Teppich gehören. Machen wir uns bewusst, dass Stimmung immer herrscht, ob wir sie nun gerade sehen oder auch nicht. Aber sie ist vorhanden und sie bewegt und leitet unsere Teammitglieder. Machen wir sie also lieber sichtbar. Beispielsweise durch eine Frage danach in der Retrospektive. Eine Freude für alle, wenn sie ohnehin gut ist. Eine Chance jedoch, wenn sie gerade nicht gut ist, denn sie wirft die logische Frage nach dem „Warum“ auf. In der Retrospektive des vergangenen Sprints fragte ich alle Mitglieder nach ihrer Stimmung auf einer Skala von 1-10, wobei 10 die Bestnote war. Im Durchschnitt lag unsere Stimmung bei wundervollen 8 Punkten. Ein tolles Ergebnis, aus dem ich ableitete, dass diesbezüglich keine dringenden Maßnahmen nötig waren. Und vielleicht könnt ihr euch vorstellen, was dieses nun transparente Ergebnis in den Gesichtern der Teammitglieder bewirkte.

Fragt euch am besten also selbst nach den Gründen dafür, warum ihr gerne in einem bestimmten Umfeld arbeitet und lasst euch davon leiten. Frei nach dem Motto: Ich behandle die anderen so, wie ich selbst gerne behandelt werden möchte.

  • Patrick Koglin

    Hallo Boris Gloger,

    schöne Ideen um die Athmosphäre zu verändern.

    Aber warum dennoch mit den Eingangs-Fragen: „Wie kann man ein Team motivieren?“… Hebel ansetzen, usw.

    Ich verstehe das nicht. Das ist für mich zu weit gedacht, zu schnell, eine ungünstige Reihenfolge.

    Darf ein Team selbst die Erfahrung machen was für sie nicht passt und was ok ist? Muss das von außen kommen? Muss die Geschäftsführung eine Meinung darüber haben? Klar, Impulse von außen gehen immer. Aber mit *Impulsen* kann jeder auch immer falsch liegen. Ich kann meinem Team sagen: „Macht mal Dojos“, dann macht das Team „Dojos“, ist die Stimmung danach besser? Konfliktfreier? Ich weiß nicht.

    Ein schwieriges Thema das Sie für mich in diesem Artikel zu einfach versuchen zu lösen.

    Viele Grüße
    Patrick Koglin