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Manage Agile 2013 – die Agilität ist irgendwo

Die Manage Agile 2013 ist vorbei – was bleibt zurück? Es war ein unheimlich dichtes Programm mit einigen richtig guten Vorträgen, vielen Flurgesprächen, einer großartigen Organisation und dieser einen Erkenntnis: Agile is the place to be! Nur – wie soll dieser Platz aussehen? Die Vorträge dieses Jahres bestanden hauptsächlich aus zwei Kategorien:

  • Agile Techniken und Anwendungsfelder. So stellte Ursula Mesebergs Unsere Kunden erzählen keine Geschichten! die hochaktuelle Frage, wie nicht-agile Kundenanforderungen (z.B. Spezifikationen oder Lastenhefte) für ein Product Backlog fruchtbar gemacht werden können. Ilja Preuß und Christian Dähn hatten dagegen eine ganze Menge AMIs (Agile Management Innovations) im Koffer und ermunterten uns zu deren Anwendung.
  • In der zweiten Kategorie ging es um Berichte aus Scrum-Implementierungen. Björn Schotte erzählte von seinen Erfahrungen von Scrum im Marketing, Niels Loew von Scrum in der Games-Entwicklung. Beide habe die Implementationen in ihren eigenen Firmen durchgeführt. Fazit: Ja, das kann super funktionieren, ist aber längst kein Selbstläufer und erfordert eine Menge Einsatz. Spannend: Gerade in einer stark vom Tagesgeschäft getriebenen Abteilung wie Marketing ist die Einführung von Scrum gut, um den Fokus auf ein Sprint-Ziel zu erreichen und die Anerkennung dafür durchzusetzen. Wir selber durften mit Markus Theilen von unserer laufenden Scrum-Implementation bei der EWE in Oldenburg berichten – und wie wir von zwei auf dreizehn Scrum-Teams in einem Jahr gekommen sind.

Der Manager – er trat auf dieser Manage Agile auch in Erscheinung. Zwei Keynotes bleiben mir hier in Erinnerung: Boris Gloger mit Das Scrum-Prinzip – agile Organisationen aufbauen und gestalten und Ulf Brandes mit Beyond IT – Beyond Agile? Brandes hat mit einem wunderbar lehrreichen Vortrag über Innovations- und Kommunikationsansätze überzeugt. Eine seiner Kernaussagen: Wir sollten uns in Unternehmen nicht mit Waffenstillständen zufrieden geben, sondern eine dauerhafte Bindung, ein Wir-Gefühl erzeugen.

Boris wartete mit einer markanten These auf: Hört endlich auf, den Manager verändern zu wollen! Vergesst das ganze Change Management! Führungskräfte müssen schlicht und ergreifend viel mehr Zeit mit ihren Mitarbeitern verbringen. Nur so können sie Vorbild sein für Menschen, die schon Profis auf ihrem Feld sind und längst wissen, wie es geht. Es geht also nicht ums Ansagen, sondern darum, sich mit den Menschen zu befassen. Es geht um Anerkennung, Teamkultur, um Richtung und Transparenz. Und: Manager müssen beim Kunden sein, um zu wissen, wovon sie sprechen.

Wie steht es mit den sogenannten Soft Skills? David Holzer trat mit einem Vortrag zur Mimikresonanz an. Seine These: Dem agilen Manager fehlt es an emotionaler Intelligenz. Empathie ist eine Fähigkeit, die nicht angeboren ist, sondern sich entwickelt. Dazu muss man sie aber erlernen, trainieren und üben. Empathie ist der Kitt, der die Kommunikationsbeziehung zweier Menschen zusammenhält. Das vermisst David stark – nicht zuletzt, weil Emotionen in der agilen Welt (noch) nicht den Wert haben, den sie verdienen. Und kein Bereich ist prädestinierter, dies zu erkennen, als das Spiel unserer Mimik.

Eine Inspiration zum Schluss: Die erste Keynote hielt Udo Wiegärtner mit Die Agilität ist irgendwo da draußen, oder? Einfach perfekt!