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Zählen ist doch ganz einfach, oder?

Auf der Suche nach Separators (Unterbrechern zwischen den Sequenzen „Was lief gut?“ und „Was kann verbessert werden?“) für eine Retro bin ich auf drei ganz einfache und doch wirkungsvolle kurze Übungen gestoßen. Sie lassen sich ohne großartige Vorbereitung und Zeitaufwand durchführen und können je nach Retro-Ziel eingesetzt werden.

 

Variante 1 habe ich letzte Woche ausprobiert. Nach dem anfänglichen „Wie jetzt? Wir sollen bis 3 zählen? Ist das Dein Ernst?“, stellte sich schnell Überraschung ein. Es stellte sich nämlich heraus, dass es nicht so einfach ist, wie gedacht.

Durch die Kombination von kognitiver und physischer Aktivität verbinden sich unterschiedliche Bereiche im Gehirn. Dadurch wird auch das einfache Zählen bis 3 zu einer Herausforderung!

Variante 1: 1, 2 … 3

ca. 3-5 Minuten – mindestens 2 Personen

  • Jeweils 2 Personen tun sich zusammen und zählen bis 3. Dabei wechseln sich die Personen immer ab (Person 1 zählt 1, Person 2 zählt 2, Person 1 zählt 3, Person 2 zählt 1, Person 1 zählt 2 usw.).
  • Nach ca. 30-40 Sekunden hin und her zählen gibt es eine neue Vorgabe: Die Zahl 1 muss jedes Mal durch z.B. ein Klatschen ersetzt werden.
  • Wieder 30-40 Sekunden später wird die 2 durch hüpfen, stampfen, Füße anheben etc. ersetzt. Als Beobachter und Spielanleiter ist es lustig, die Gesichter der Zähler zu beobachten – man kann ihnen die Konzentration quasi ansehen.
  • Je nach Belieben kann man weitere 30-40 Sekunden später auch die 3 durch eine Geste ersetzen. Nicken, auf den Tisch klopfen, einmal in die Runde drehen etc. Vielleicht hat auch einer der Zähler eine gute Idee.

Nachher kurz fragen, was beobachtet wurde, bzw. wie man sich bei den Änderungen der Vorgaben gefühlt hat. Evtl. kann man die Brücke zur aktuellen Situation (Veränderung im Unternehmen, Scrum im Allgemeinen) schlagen: einfache Regeln können schwer zu befolgen sein, Koordination, zeitliche Abstimmung und Synchronisation sind nicht einfach. Bei Veränderungen braucht es immer wieder eine gewisse Zeit, bis man sich auf die neuen Rahmenbedingungen und das Gegenüber eingestellt hat.

Variante 2: 33 / 42

ca. 5 Minuten – mindestens 3 Personen

  • Teilnehmer stehen im Kreis und rufen nacheinander (z.B. reihum) die Zahlen von 1 bis 33 (oder eine andere beliebige Nummer – je nachdem, wie lange es dauern soll).
  • Immer wenn die Zahl durch 3 teilbar ist oder eine 3 enthält, wird ANSTATT die Zahl zu rufen, gemeinsam in die Hände geklatscht (oder eine andere Geste ausgeführt).
  • Wird ein Fehler gemacht, fängt man wieder bei 1 an – bis die Gruppe es zu der vorgegebenen Zahl schafft.

Hier muss man mitdenken und den anderen zuhören. Man kann nur als Team liefern!

Variante 3: Blindes Zählen

ca. 10-15 Minuten – mindestens 5 Personen

  • Die Teilnehmer stehen im Kreis und schließen ihre Augen.
  • Es soll laut bis 10 gezählt werden. Jede Zahl darf aber nur von einer Person und einmal genannt werden.
  • Wird eine Zahl von zwei oder mehr Personen laut genannt, fängt man von vorne an.

Hier ist Kollaboration gefragt. Möglicherweise kommt das Team drauf, dass eine Person komplett alleine zählt oder sie eine bestimmte Reihenfolge festlegen.

 

Wo ich das gefunden habe, gibt es noch mehr :-): http://agiletrail.com/2012/03/27/8-great-short-games-for-groups/ – vielen Dank fürs Teilen! Oder versucht das Linie-Überqueren von David aus.

Viel Spaß beim Ausprobieren und Variieren!