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ScrumMaster vs. ScrumMasterin

Zum Hintergrund: Es ging bei folgender Szenerie um das Schreiben von User Stories aus der Sicht einer Persona. Die Sicht des Kunden, also der der Persona, verstand mein Gegenüber als eine weibliche Eigenschaft.

 

„Na ist doch klar, als Frau achtet man auch mehr auf Details. Wir Männer sind da eher pragmatisch veranlagt!“

 

Nicht nur, dass er diese schon eingestaubte und marode Mann/ Frau-Schublade aufmachte. Nein, diese überholte Ablage, verstaut in den Tiefen einer Schublade, wurde durch einen weiteren Kommentar noch bildlich untermauert: „Na wenn ich Hunger habe“, so die Einleitung „dann mach ich mir ein Schnitzel, esse das, bin satt und gut ist. Was muss ich denn da noch viel Schi Schi machen. Das ist dann mehr so ein Frauending.“

 

Auch ich dachte, der Hauptteil und Schluss wäre bei der Ausführung spannender, aber es blieb bei einer Kurzgeschichte. „Schi Schi machen, was meinst du damit?“ Der Spannungsbogen war mir nicht spannend genug, es war nicht mal ein Bogen. Eine platte Attitüde längst vergessener Ansichten lag nun in meinem Kopf und arbeitete sich durch alle Etagen ins Oberstübchen.

 

Geht es bei einem Perspektivenwechsel tatsächlich um weibliche Fähigkeiten?

Wenn ich von einer Persona spreche, rede ich von einem Kunden, einem Stakeholder oder auch von einer klassifizierten, vielleicht stereotypischen Persona, die mein Produkt konsumiert, nutzt und repräsentiert. Je nach Kunde überlege ich mir also eine Persona mit entsprechenden Eigenschaften dazu, die den Kunden repräsentiert.

Diese Persona/ Kunde zahlt Geld, um die Funktionalität zu nutzen, die ich anbiete, oder auch nicht. Mein Ziel und Interesse ist demnach sehr pragmatisch. Ich will einen zufriedenen Kunden! Schi Schi ist in jedem Fall angebracht, wenn mein Interesse darin besteht, dass mein Produkt nicht nur genutzt wird, sondern dass ich im Idealfall auch noch Geld damit verdienen kann, weil der Kunde zufrieden ist.

Missachte, ignoriere ich bei der Umsetzung meines Produktes die User/ Kunden/ Persona Sicht, dann hat das für mich nichts mit typisch Frau oder typisch Mann zu tun. Meiner Ansicht nach fehlt hier all zu oft das allgemeine Interesse ein Produkt für real existierende Menschen/ Kunden/User -> Persona zu bauen.

 

Zum Abschluss: Wir sind ScrumMaster, wir schreiben keine User Stories, aber wir  helfen unserem Product Owner dabei. Ob da nun ein ScrumMaster neben dem PO sitzt, oder eine ScrumMasterin, hat für mich keinerlei Einfluss. Für mich ist wichtig, dass der ScrumMaster in der Lage ist, den Kunden zu kennen, oder kennenzulernen, um mit dem Product Owner eine oder mehrere Persona(e) zu kreieren.