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Was hat Fußball mit Zielen zu tun – und das alles mit Scrum?

Bei der Google-Suche nach Zielen werden innerhalb von 0,23 Sekunden ungefähr 49.300.000 Ergebnisse geliefert. Bei der Suche mit dem englischen Pendant „Goal“ liefert Google 866.000.000 in 0.14 Sekunden. Doppelbelegungen des Begriffes im Englischen könnten diesen fast 18-fachen Unterschied erklären: einerseits steht es für „Tor“ und andererseits für „Ziel“. Aber über Fußball wurde in den letzten Wochen ja allgemein viel – und auch viel qualifizierter, als ich es kann – gesprochen. Ich würde mich dagegen gerne mit den Zielen befassen.

Ziele lauern überall und sind äußerst vielfältig. Sie unterscheiden sich in ihrer zeitlichen Ausrichtung und können kurz-, mittel- oder langfristig sein. Dann im Umfang – mit Minimal-, Normal- oder Optimalzielen. Zudem gibt es komplementäre, indifferente oder konkurrierende Ziele, quantitative und qualitative Ziele, utopische oder realistische. Letzteres lässt sich zusätzlich durch eine weitere Kategorisierung beschreiben: erreichte oder nicht erreichte Zeile.

Die Güte der Ziele entsteht zum größten Teil durch die Zielformulierung. Sir John Whitmore, ehemaliger britischer Autorennfahrer und heute Coach und Berater, hat folgende drei Anagramme für die Zielformulierung verwendet: SMART, PURE und CLEAR.

SMART
S – specific (Präzise)
M – measurable (Messbar)
A – achievable (Erreichbar)
R – realistic (Realistisch)
T – time phased (zeitlich planbar)

PURE
P – positively stated (positiv formuliert)
U – understood (verständlich)
R – relevant (relevant)
E – ethical (ethisch)

CLEAR
C – challenging (herausfordernd)
L – legal (legal)
E – environmentally sound (umweltverträglich)
A – agreed (vereinbart)
R – recorded (protokolliert)

Bei jedem eurer Ziele solltet ihr euch fragen: Ist euer Ziel präzise, messbar, erreichbar, realistisch, zeitlich planbar, positiv formuliert, verständlich, relevant, ethisch korrekt, herausfordernd, legal, umweltverträglich, vereinbart und protokolliert?

Der Weg vom Ziel zu Scrum führt über die Betrachtung der Scrum-Artefakte mit dem Ziel, Ziele zu finden. Diese sind teilweise buchstäblich vorhanden – im SprintZIEL. In jeder User Story steckt das Schaffen von Mehrwert für Kunden als Ziel. Personas zielen auf besseres Verständnis der Kunden. Jedes der Meetings hat ein eigenes Ziel:

  • Review – Präsentation der Ergebnisse und Feedback der Kunden
  • Retrospektive – Erfahrungen aus dem vergangenem Sprint austauschen und Maßnahmen für die bessere Zusammenarbeit und Steigerung der Produktivität erarbeiten
  • Daily – Austausch über den gestrigen und heutigen Tag, sowie Einforderung der Unterstützung durch Kollegen
  • Taskboard und Burndownchart zielen u.a. auf Visualisierung
  • Die zeitliche Komponente steckt auch in der unterschiedlichen Priorisierung der User Stories für mehr oder weniger entfernte Sprints.

Es fing mit Zielen und Fußball an, also sollte es wohl auch mit beidem enden. „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ wird zu „Nach dem Sprint ist vor dem Sprint“. Also viel Spaß beim Formulieren eurer Ziele!