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Mut – just do it!

Vor kurzem hatte ich meinen ersten offiziellen Arbeitstag bei bor!sgloger. Alles war unglaublich aufregend, unglaublich neu, unglaublich faszinierend … Und unglaublich viel. Am Abend ergab sich dann die Gelegenheit, mit ein paar Kollegen noch ein Bier trinken zu gehen und über die Dinge zu sprechen, die uns gerade bewegen. Und irgendwie kamen wir auch auf das Thema, wie es einem am Anfang in einem neuen Job so geht, wie es mir dabei gerade geht und wie es den anderen gegangen ist.

Und (wenig überraschend): es war bei allen ähnlich. Man hat das Gefühl, man kennt sich überhaupt nicht aus. Man hat das Gefühl, alle anderen um einen herum wissen um Häuser mehr und sind überhaupt generell viel besser als man selbst. Offen gesprochen fühlt man sich zwischendurch total unzulänglich, selbst wenn man sich hundert Mal mit dem Verstand sagt, dass das nicht stimmt und dass es nur die Verunsicherung am Anfang von etwas Neuem ist. Dann haben wir voller Leidenschaft darüber gesprochen, warum wir Scrum so genial finden und warum wir diesen Job unbedingt machen wollen, was unsere Visionen und Ziele sind und was wir gerne bewegen wollen.

In diesem Moment war mir einmal mehr klar: Du musst einfach Mut haben. Nicht umsonst ist Mut einer der fünf wichtigsten Werte von Scrum. Wenn du machen willst, was du für dich als 100% richtig erkannt hast, wenn du das machen willst, was du dir vorgenommen hast und wofür du brennst, dann musst du einfach Mut haben und ins kalte Wasser springen und es tun. Just do it!

Mut heißt nicht, Dinge zu tun, vor denen man keine Angst hat. Mut heißt, die eigene Angst wahrzunehmen, ihr direkt ins Auge zu schauen und ihr zu sagen: „Hey, ich sehe dich. Aber ich lasse mich von dir trotzdem nicht von meinem Weg abbringen.“

 

Und weil wir hier ja unter uns sind, mal ganz ehrlich: Im Business-Leben (und wohl nicht nur dort) tun doch alle immer so, als könnte ihnen nichts und niemand etwas anhaben, als wären alle die Selbstsicherheit in Person, als hätten sie jede Situation 100% im Griff. Ich bin überzeugt, das ist oft nur eine Rolle, die wir alle spielen und in Wahrheit geht es kaum jemandem anders als uns selbst: Alle überspielen ihre Unsicherheiten so gut es eben geht – manche können das besser, manche nicht so gut. Aber ausnahmslos alle kochen letzten Endes nur mit Wasser.

Warum schreibe ich hier überhaupt über dieses Thema?

Weil wir alle, die wir Scrum leben wollen, immer wieder auf Hindernisse stoßen werden, die sich uns in den Weg stellen. Diese Hindernisse anzugehen und zu überwinden, um die Veränderungen zu erreichen, die wir als 100% richtig und notwendig erkannt haben, wird oft viel Mut kosten. Wir werden uns dabei oft gegen Strukturen und auch Menschen behaupten müssen, die auf uns übermächtig wirken und uns mit ihrer Macht Angst einflößen.

Aber schauen wir uns diese Angst doch einmal genau an. Wovor genau haben wir denn eigentlich Angst?

Es gibt natürlich die verschiedensten Ängste oder Unsicherheiten, die sich einschleichen können. Aber wenn es Euch so geht, wie es mir in meinen bisherigen Jobs manchmal in kritischen Situationen gegangen ist, dann war die schlimmste Angst natürlich die, den Job zu verlieren, mich nicht mehr ernähren zu können. Es ist eine existenzielle Ur-Angst.

Versuchen wir uns immer wieder bewusst zu machen, dass wir dankbar sein können, in einer Zeit und in einer Region zu leben, wo diese Ur-Angst ihren Sinn und ihre Berechtigung weitestgehend verloren hat. Alle unsere Grundbedürfnisse sind mehr als nur erfüllt und wir haben das Glück, tolle Ausbildungen gemacht zu haben, die uns immer ernähren werden. So what? Verbannen wir also diese Ur-Angst in die Zeit, wo sie hingehört: in die Steinzeit.

Was hilft mir also dabei mutig zu sein?

Neben „Alle kochen nur mit Wasser“ und „Ur-Angst in die Steinzeit verbannen“ hilft mir persönlich eines besonders, und das durfte ich in dem Gespräch mit meinen Kollegen wieder erleben:

Die starke negative Emotion der Angst durch eine stärkere positive Emotion vergleichsweise unwichtig werden zu lassen.

Zusammen mit Gleichgesinnten geht das nun mal am besten. In jenem Moment, in dem wir uns darüber unterhalten haben, warum wir so für Scrum brennen, waren meine Unsicherheiten nicht mehr spürbar. Man muss zwar dafür vor anderen Menschen sozusagen „die Hosen runter lassen“ (ein weiterer der fünf Werte von Scrum: Offenheit), aber ich finde, das Ergebnis ist es absolut wert!

Noch etwas hilft mir persönlich ungemein: Mir nicht zuviel den Kopf im Vorhinein zu zerbrechen, sondern es einfach tun. Meine Erfahrung hat mir gezeigt, dass meine Ängste immer nur vor dem Tun da waren und mit dem Tun schrittweise verflogen sind. Womit wir wieder einmal mehr genau hier wären: Just do it!

So, und zum Schluss möchte ich Euch noch gern fragen:

  • Was hilft eigentlich Euch dabei mutig zu sein?
  • In welchen Situationen und wie schafft Ihr es, Eure Unsicherheiten zu überwinden?
  • Was war das Ergebnis, wenn Ihr mutig trotz Eurer Angst Euren Weg gegangen seid?

Ich freue mich sehr, wenn Ihr mir zu diesen Fragen ein paar Kommentare dalassen möchtet. Und im Übrigen: Just do it!