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Der größte Product Owner aller Zeiten

[quote author=“Wikipedia: Carl Gustav Jung“ link=“http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Gustav_Jung#Archetypen“]„Nach Jung sind Archetypen universell vorhandene Urbilder in der Seele aller Menschen, unabhängig von ihrer Geschichte und Kultur.“[/quote]

Ein solches Urbild haben wir alle diese Woche mit Steve Jobs verloren. Steve Jobs war für mich einerseits zunächst der begnadete Unternehmer, der Apple zu dem gemacht hat, was es heute ist. Ich war immer vom Apfel fasziniert. Sogar, als ich damals in Wien einen kaufen wollte und die Verkäufer zu snobistisch waren, um sich mit mir zu beschäftigen.

Es ist schon sehr interessant, dass dieser Mann im Leben von so vielen Menschen spezifische Spuren hinterlassen hat. Wer er war und was er geleistet hat, wird dieser Tage aus sämtlichen Facetten beleuchtet werden. Ich kann nur sagen, welche spezifische Rolle er für mich, im Bezug auf meine tägliche Arbeit gespielt hat und sicher noch sehr lange spielen wird.
Über die Jahre habe ich mich wenig aber doch mit dem Mann und Mensch Steve Jobs beschäftigt und obwohl es sehr laienhaft ist, was ich für mich zusammen getragen habe, muss ich sagen: Er war in meinen Augen der Archetyp des Product Owners. Steve soll Apple so aufgebaut haben, dass er als Einziger die wirklich wichtigen Entscheidungen getroffen hat. Er hat selbst als User und als PO fungiert.

Er hat Apple über die Produkte erfolgreich gemacht. Was natürlich nicht heißt, dass er sie alle selbst erfunden hätte. Er hat sie aber so sehr geliebt, dass er hinter jedem einzelnen Aspekt seiner Produkte stand. Mal beiseite gestellt, dass er in seinen Produktpräsentationen unvergleichlich war … man hat ihm immer angesehen, warum gerade dieses Produkt einzigartig für ihn ist.

Für uns Scrummies wird es Zeit, an diesem Archetypen zu lernen. Product Owner müssen in den Unternehmen die Chance bekommen sich durchzusetzen. Sie müssen Ahnung von Usability haben, sie brauchen ein Gespür für ihre Kunden und für sich selbst als Kunden: Was würde ihnen denn selbst Spaß machen? Sie müssen super kreativ sein – ja sie sind etwas besonderes. Das habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Nein, das findet man bei Marty Cagen in „Inspired“.

Wie man als Product Owner ständig in Reviews sitzen kann – auch das soll Steve getan haben – ist mir ein Rätsel. Aber so soll es laut diesem Artikel gewesen sein:
[quote author=“Alain Breillatt, The Pragmatic Marketer“ link=“http://www.pragmaticmarketing.com/publications/magazine/6/4/you_cant_innovate_like_apple“]„Paired design meetings. Every week, the teams of engineers and designers get together for two complementary meetings.

Brainstorm meeting. Leave your hang-ups at the door and go crazy in developing various approaches to solving particular problems or enhancing existing designs. This meeting involves free thinking with absolutely no rules.

Production meeting. The absolute opposite of the brainstorm meeting, where the aim is to put structure around the crazy ideas and define the how to, why, and when.
These two meetings continue throughout the development of any application. If you have heard stories of Jobs discarding finished concepts at the very last minute, you understand why the team operates in this manner. It’s part of their corporate DNA of grueling perfection. But the balance does shift away from free thinking and more toward a production mindset as the application progresses – even while they keep the door open for creative thought at the latest stages.

Pony meetings. These meetings are scheduled every two weeks with the internal clients to educate the decision-makers on the design directions being explored and influence their perception of what the final product should be.

They’re called “pony” meetings because they correspond to Lopp’s description of the experience of senior managers dispensing their wisdom and wants to the development team when discussing the early specifications for the product.“[/quote]

Das alles klingt doch sogar noch mehr nach Scrum, als ich es immer vermutet hatte.

Ohne es bewusst zu verfolgen, hat Steve wahrscheinlich die prominenteste Scrum-Organisation geschaffen. Fokus, gab es auf jeden Fall. Courage, oh ja, definitiv. Offenheit, ich denke weniger. Respekt, das kommt wohl darauf an. Commitment, definitiv. Drei Treffer aus 5 sind nicht so schlecht.

Mein tiefes Bedauern über seinen viel zu frühen Tod kann ich damit leider nur ein wenig zum Ausdruck bringen. Die Welt hat einen großen Mann verloren.