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Scrum und Personalmanagement


Die ersten ScrumMaster wurden gefeuert. Sie verstießen gegen die Kultur und das Machtgefüge der Organisation, der sie eigentlich dabei helfen wollten, produktiver zu werden. Damals war Scrum eine Randerscheinung, nur wenige dachten, dass in der agilen Sichtweise tatsächlich das Potenzial liegt, unsere Industrie in das 21. Jahrhundert zu führen. Mittlerweile sind Scrum und andere agile Denkweisen State-of-the-Art in vielen Industriezweigen geworden, gleichzeitig sind mehr und mehr Mitarbeiter und Führungskräfte verunsichert. Denn die neuen Methoden und die meisten selbsterkorenen Berater haben keinerlei Werkzeuge, um den Menschen dabei zu helfen, ihre neue Position und ihre neuen Rollen in den Organisationen zu verstehen. Das Framework war einfach zu installieren, aber die Auswirkungen auf die Organisation zu beherrschen erfordert oftmals seinen Tribut. Manager wissen nicht mehr, was ihre Rolle ist, Teamleiter bangen um ihre Karriere und Teammitglieder wissen nicht mehr, wer sie führt.

In den letzten vier Jahren haben wir, Boris und André, mit vielen Unternehmen gearbeitet, um die auftretenden “Personalprobleme” wie Mitarbeiterauswahl und -bindung, Mitarbeiterführung, Mitarbeiterbeurteilung und die Trennung von Mitarbeitern auf ein neues Fundament zu stellen. Wir wollten zeigen, dass agiles Denken über die Teams und die Produktentwicklung hinauswachsen kann und die ganze Organisation dann nachhaltig verändert, wenn man wieder beim Menschen beginnt. Was benötigen die Teams und was benötigt vor allem der Einzelne, um seine Leistungsfähigkeit zu erkennen, zu erhalten und sie steigern zu können. Um sein Wissen bereitwillig zu teilen und den Platz in der Organisation zu finden.

Unsere Antworten auf diese Fragen haben wir durch die Arbeit mit Teams und Organisationen gefunden. Diese Antworten haben unseren Kunden und unseren Teams geholfen, ihre eigenen Lösungen zu erarbeiten. Dabei sind wir mit unseren Kunden in den Dialog gegangen sind. Wir haben keine Lösungen, keine Patentrezepte geliefert – sondern ständig den Common Sense eingefordert. Denn das eigene Denken und die Anwendung des Hausverstandes können und wollen wir nicht ersetzen.

Unsere Erfahrungen teilen mit u.a. durch das Buch, von dem einige von Euch in den nächsten Tage ein Probekapitel bekommen werden. Erscheinen wird es im Juni 2011 bei Hanser.

Das neue Buch kann nur ein erster Schritt sein, eine Initialzündung, um das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Scrum wesentlich weitere Kreise in einem Unternehmen ziehen muss und nicht nur die Softwareentwicklung selbst betrifft. Wir versuchen daher nicht nur die eingefleischten Scrummer anzusprechen, sondern gleichzeitig ihre Kollegen in den Personalabteilungen. Unsere Vision ist, dass diese beiden Zielgruppen in Zukunft zu einander finden, BEVOR Scrum in einer Organisation eingeführt wird, um die zwangsläufigen Veränderungsprozesse gemeinsam besser zu bewältigen.